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Glossar

Hier erläutern wir relevante Begriffe aus den Themenbereichen Soziale Innovationen, Sozialunternehmertum sowie Förderung und Finanzierung. Das Glossar wird regelmäßig erweitert, erhebt allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

A

    • Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bildet den globalen Rahmen für die Umwelt- und Entwicklungspolitik bis in das Jahr 2030. Sie wurde am 25. September 2015 von den 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf einem Gipfeltreffen in New York verabschiedet. Kernstück der Agenda sind die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung, die SDGs [Sustainable Development Goals], mit ihren 169 Zielvorgaben. Sie berühren alle Politikbereiche, von der Wirtschafts-, Sozial-, Umwelt- und Finanzpolitik über die Agrar- und Verbraucherpolitik bis hin zu Bereichen wie Verkehr, Städtebau, Bildung und Gesundheit 

      (Vgl. Martens und Obenland 2017) . 

    • Agilität steht für reaktionsschnelle und flexible organisatorische und individuelle Anpassungsfähigkeit an permanent sich ändernde Umweltbedingungen. Die agile Methodik setzt sich ursprünglich aus Praktiken des Projektmanagements in der Softwareentwicklung zusammen. Die Prinzipien, Frameworks und Instrumente wurden inzwischen in vielen Branchen und Unternehmensbereichen unter Namen wie Scrum, Kanban, Extreme Programming (XP) oder Lean Development adaptiert und etabliert. Prinzipien sind unter anderem adaptive Planung sowie ein aufeinander aufbauendes und  auf Wiederholungen basierendes (iteratives) Vorgehen, kontinuierliche Verbesserung, Kundenzentrierung, Selbstorganisation, kurze aber häufige Situationsbestimmungen und Transparenz.

B

    • B2C steht für „Business-to-Consumer“ und beschreibt das Geschäftsmodell, bei dem Unternehmen direkt an Endverbraucher verkaufen. Dies umfasst eine Vielzahl von Transaktionen, von physischen Produkten über Dienstleistungen bis hin zu digitalen Inhalten. B2C ist vor allem im Einzelhandel und im E-Commerce sehr verbreitet, wo Verbraucher Produkte oder Dienstleistungen über Plattformen wie Online-Shops, Einzelhandelsgeschäfte oder Apps erwerben können. Dieser Bereich zeichnet sich durch schnelle Kaufentscheidungen und direktes Marketing aus, das auf die Bedürfnisse und Wünsche von Konsumenten zugeschnitten ist.

    • Bei der Beteiligungsfinanzierung stellen Investor:innen einer Unternehmung finanzielle Mittel in Form von Eigenkapital zur Verfügung und erwarten im Gegenzug Unternehmensanteile, oft auch mit Mitspracherecht an den Prozessen und der Ausrichtung der Unternehmung. 

    • Blended Finance zielt darauf ab, private “finance-first”-Kapitalgebende anzuziehen und sie dazu zu ermutigen, in Projekte, Unternehmen, Fonds oder andere Finanzierungsvehikeln mit gesellschaftlicher Wirkung zu investieren. 
       

      Blended Finance bezieht sich auf alle Mischfinanzierungen in denen zumeist öffentliches und/oder privates) katalytisches Kapital kombiniert werden, um 1) zusätzliches „finance first“ Kapital zu hebeln und 2) die Wirkung durch Einbringung jeweiliger Fähigkeiten, Wissen und Ressourcen der unterschiedlichen Kapitalgebende zu verstärken. 

      Blended Finance ist ein fester Bestandteil der internationalen Entwicklungsfinanzierung, zahlreiche Beispiele und weiterführende Ressourcen sind auf der Blended Finance Plattform Convergence zu finden.

    • Öffentliche Bürgschaften sind finanzielle Garantien, die von öffentlichen Einrichtungen bereitgestellt werden, um die Kreditvergabe an Unternehmen oder Projekte zu unterstützen. Es handelt sich dabei um eine Vereinbarung, bei der die öffentliche Einrichtung sich verpflichtet, für einen Teil oder die gesamte Höhe eines Kredits zu haften, den das begünstigte Unternehmen bei einer Bank oder einem anderen Kreditgeber aufnimmt. Diese Bürgschaften sollen das Risiko für die Kreditgeber verringern und ihnen ermöglichen, günstigere Kreditkonditionen anzubieten oder Kredite zu vergeben, die sie sonst möglicherweise nicht genehmigen würden, da diese als zu risikoreich eingeschätzt werden. Öffentliche Bürgschaften werden häufig eingesetzt, um den Zugang von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu Finanzierungen zu erleichtern. Speziell für sozial-innovative Unternehmen, die von Kreditinstituten und anderen Investor:innen als zu risikoreich eingeschätzt werden, können Bürgschaften den Zugang zu Finanzierung erleichtern. 

    • Business Angels sind (ehemalige) Unternehmer:innen oder Manager:innen, die jungen Unternehmen mit Eigenkapital, Management-Erfahrung, Business-Kontakten und Beratung unterstützen. Es handelt sich um eine Form der Finanzierung und Förderung durch externe Partner:innen.  

      Business Angels werden bei Gründungen sowie kleineren Investitionssummen als Partner:innen gewählt. Sie bringen dabei häufig Branchenwissen und ein eigenes Netzwerk mit und sind an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert. Auch im Social Entrepreneurship gibt es (Social) Business Angels und Organisationen

      (Vgl. gruenderplattform.de ; fa-se.de ; hilfswerft.de )

C

    • Co-Creation bezeichnet sowohl eine Methode als auch einen Prozess zum Einbeziehen von Interessensvertreter:innen und Zielgruppen in die verschiedenen Phasen eines Innovationsprozesses. Ziel ist es, gemeinsam zu gestalten. Als Ansatz für nutzer:innen-zentrierte Zusammenarbeit an Innovation ist Co-Creation insbesondere im Design (Link zu Design Thinking) zu verorten (und wird unter Einbezug von Design-Methoden dann auch als Co-Design bezeichnet), welche die Beteiligung der End-Nutzer:innen ab den ersten Phasen der Problembeschreibung und Ideengenerierung ermöglicht. Damit soll sowohl die Relevanz als auch die Akzeptanz einer Innovation gestärkt werden. Als Prozess stammt die Methode der Co-Creation aus der Wirtschaft, wurde jedoch auch vom öffentlichen Sektor aufgenommen, um Bürger:innen in Lösungsfindungsprozesse der öffentlichen Verwaltung einzubeziehen. Ebenfalls findet Co-Creation in partizipativ gestalteten Forschungs- und Entwicklungsprozessen Anwendung (Vgl. Eckhardt et al. 2021). 

    • Ein Ort, an dem sich Freiberufler:innen, aber auch Start-ups und sonstige Teams sowie Einzelpersonen temporär oder längerfristig einmieten können. In der Regel bieten Co-Working Spaces offene Räume an, in denen einzelne Schreibtische angemietet werden können, teilweise auch Meeting-Räume. Besonders die Möglichkeit kollaborativ und flexibel zu arbeiten, macht einen Co-Working Space sehr attraktiv. Außerdem können gerade junge Unternehmen auf diese Weise Fixkosten (zum Beispiel Miete für Büroflächen) einsparen und sich ein Netzwerk aufbauen. Zudem fördert die meist lockere und offene Arbeitsatmosphäre sowie das Miteinander unterschiedlicher Unternehmensideen gegenseitiges Lernen und wirtschaftliche Synergien. 

    • Unter “Corporate Social Responsibility” oder kurz CSR ist die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens zu verstehen. CSR ist die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Dies umfasst soziale, ökologische und ökonomische Aspekte, wie sie etwa in international anerkannten Referenzdokumenten zur Unternehmensverantwortung ausgeführt sind. Oft realisieren Unternehmen ihre CSR durch Projekte in Themenbereichen, die mit der Arbeit (und den damit verbundenen negativen gesellschaftlichen Auswirkungen (auch Externalitäten genannt)) eines Unternehmens verbunden sind. Entweder führen sie diese Projekte dabei selbst durch oder geben zweckgebundene Gelder an externe Organisationen, die Projekte in unternehmensverwandten Themenbereichen umsetzen (Vgl. csr-in-deutschland.de, zuletzt aufgerufen am 03.05.2023). 

    • Crowdfunding bezeichnet eine Finanzierung von Unternehmen oder Vorhaben durch viele Privatpersonen. Über spezielle Online-Plattformen kommen Finanzierungssuchende und Unterstützer:innen zusammen. Die Finanzierung kann als Spende oder Beteiligung erfolgen. Jede:r Unterstützer:in kann auswählen, wie viel Geld sie/er für ein Projekt geben möchte.  
      Die größte und bekannteste deutsche Crowdfunding-Plattform ist Startnext. Einen umfassenden Überblick mit gezielter Suche bietet die Seite crowdfunding.de

    • Crowdinvesting ist eine Form des Crowdfunding, bei der die Kleinanleger:innen im Gegenzug für ihr Investment eine finanzielle Vergütung erhalten. Oft wird dies durch eine Beteiligung am Unternehmen und an den zukünftigen Gewinnen vorgenommen. In der Regel werden dafür jedoch keine Mitspracherechte zusätzlich vergeben. Der Renditeaspekt spielt bei dieser Art des Crowdfunding eine wichtige Rolle. Das Wort „Crowdinvestment“ ist eine deutsche Wortschöpfung, international wird meist die Bezeichnung „equity-based Crowdfunding“ genutzt. 

    • Das ist eine Form des Outsourcings von Projekten oder speziellen Aufgaben. Die Projekte werden von Unternehmen zum Beispiel an Online-User:innen oder spezielle Expert:innen ausgelagert. Das bekannteste Beispiel für Crowdsourcing ist Wikipedia. Hier wartet die ausführliche Erklärung

D

    • Darlehen sind mittel- und langfristige Kredite, die in einer Summe ausbezahlt werden. Sie werden buchhalterisch als Fremdkapital eingestuft und häufig bei höheren Summen und langfristigeren Investitionen verwendet (zum Beispiel Baufinanzierung). Sie werden verzinst und müssen innerhalb einer festgelegten Zeit an den Darlehensgeber zurückbezahlt werden. Banken sind klassische Darlehensgeberinnen und verlangen bei höheren Summen oft einen Businessplan, der die Gewinnerwirtschaftung des Unternehmens belegt. Zudem verlangen Banken oft auch eine Bürgschaft oder eine Sicherheit, beispielsweise in Form einer Immobilie.  

    • Design Thinking ist ein Konzept zur kreativen Problemlösung, welches möglichst unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven hinsichtlich einer Problemstellung zusammenbringt.  
      Besonders interessant ist der Nutzer:innen-zentrierte Blickwinkel. Der Prozess setzt den Fokus auf die Bedarfe von Nutzer:innen und entwickelt die Lösungsansätze darauf aufbauend und in einer sich in mehreren Durchgängen wiederholenden (iterativen) Vorgehensweise, bei der jederzeit in jede vorhergehende Phase zurückgesprungen werden kann. Die Methode ist für Organisationen außerdem eine gute Möglichkeit, Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen und Hierarchieebenen in interdisziplinären Teams zusammen an neuen Produkten oder Services arbeiten zu lassen. Dies führt zu einem interdisziplinären und kreativen Austausch von Fachwissen und methodischen Fähigkeiten, optimalerweise in einer auf flexible Projektarbeit ausgerichteten Arbeitsumgebung. 
      Jedes Teammitglied bringt somit seinen eigenen Blickwinkel und Erfahrungen mit ein, die im Problemlösungsprozess kreativ und interdisziplinär eingesetzt werden können. So können innovative Lösungen entstehen. Der Design-Thinking-Prozess endet mit der Prototypen-Phase, in der die ausgewählten Lösungsansätze entwickelt und getestet werden. Je nach Design-Thinking-Ansatz besteht der gesamte Prozess aus fünf oder sechs Phasen. (Vgl. Hasso Plattner Institut Potsdam und Standford d.school , aufgerufen am 24.05.2023) 

    • Diffundieren hat seinen Ursprung im Lateinischen ‘diffundere’ und bedeutet so viel wie ‘sich ausbreiten’, ‘verbreiten’, ‘ausgießen’ oder ‘ausschütten’.  

      Wird Diffusion im Kontext Sozialer Innovationen verwendet, ist damit die Verbreitung von technischen oder sozialen Neuerungen – also Innovationen – in der und für die Gesellschaft gemeint.

      (Vgl. bpb.de und realio.de, zuletzt aufgerufen am 12.03.2023)

    • Die Dritte Mission umfasst als Querschnittsthema Aufgaben und Verantwortungen aller Hochschulen (öffentliche und private) im Bereich des Austauschs mit Gesellschaft und Wirtschaft, insbesondere in drei Ausrichtungen 

      • Weiterbildung und lebensbegleitendes Lernen
      • Forschungs- und Wissenstransfer
      • gesellschaftliches Engagement

      (Vgl. Henke und Pasternack (2020): Leistungserfassung und -bewertung der Third Mission – Ansätze und Kriterien)

      In einem erweiterten Verständnis der Dritten Mission stellen partizipative [ – also auf Beteiligung beruhende – ] Konzepte in Lehre und Forschung eine weitere Dimension dar (zum Beispiel Citizen Science). Auch die sogenannte “sozial-verantwortliche Universität”, die “regional engagierte Universität” oder die “unternehmerische Universität” sind Aspekte der “Dritten Mission” (bmbwf.at, aufgerufen am 13.04.23).

    • Drittmittel sind zusätzliche Finanzierungsmittel, die insbesondere Wissenschaftsbetriebe (zum Beispiel Hochschulen, Forschungszentren) zusätzlich zu ihrer Grundfinanzierung (wie von Seiten der Bundesländer) von externen Finanzierungsgeber:innen (zum Beispiel Bundesländer, Bundesregierung, Europäische Union) einwerben. Häufig handelt es sich bei diesen Mitteln um zweck- und projektgebundene Mittel, die zeitlich begrenzt von Seiten Dritter gewährt werden.  

E

    • Als Eigenkapital werden Finanzmittel bezeichnet, die von Gründer:innen selbst in ein Unternehmen eingebracht werden (beispielsweise Gegenstände, Erspartes oder Gewinnrücklagen). Diese sind zur Einwerbung zusätzlicher Finanzierung wichtig (Vgl. Existenzgründer.de, aufgerufen 13.04.2023). 

    • Als Eigenmittel gelten diejenigen Mittel, die ein:e Antragsteller:in im Rahmen einer Projektförderung selbst einbringt, ohne dass es sich um Drittmittel – also um Zuwendungen durch eine weitere Förderung – handelt. Eigenmittel können zum Beispiel aus Vereinsbeiträgen oder selbst erwirtschafteten Einnahmen bestehen, aber auch in Ausnahmefällen aus sogenannten “geldwerten” Leistungen. Ob geldwerte Leistungen förderfähige Kosten sind und ob sie – wie übrigens auch Teilnehmer:innenbeiträge – als Eigenmittel gelten, ist je nach Förderung in den Richtlinien geregelt. Letzteres ist vor allem da relevant, wo Förderungen die Einbringung von Eigenmitteln bis zu einem bestimmten Prozentsatz zur Bedingung machen (kreativkultur.berlin, aufgerufen am 13.04.2023). 

    • Der Begriff Empowerment stammt aus dem Bereich der Psychologie und Sozialpädagogik und bezeichnet Strategien und Maßnahmen zur Steigerung von Autonomie und Selbstbestimmung bei Individuen oder Gemeinschaften. Ziel dabei ist die eigenständige Vertretung ihrer Interessen zu ermöglichen. Dabei umfasst Empowerment sowohl den Prozess der Selbstbemächtigung als auch professionelle Unterstützung, um Machtlosigkeit zu überwinden und Ressourcen effektiv zu nutzen.

      In der Entwicklungszusammenarbeit zielt Empowerment darauf ab, das Selbstvertrauen benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu stärken und sie dazu zu befähigen, ihre Interessen zu vertreten und sich am politischen Prozess zu beteiligen. Dabei steht die Stärkung vorhandener Potenziale im Fokus. Um dieses Ziel zu erreichen, sind Veränderungen in sozialen, ökonomischen, rechtlichen und politischen Institutionen erforderlich, welche durch die Entwicklungszusammenarbeit unterstützt werden.

      (Vgl. https://www.bmz.de/de/service/lexikon/empowerment-14282, zuletzt aufgerufen am 02. April 2024)

    • Im Deutschen wird der Begriff oft mit Unternehmertum gleichgesetzt. Es ist jedoch mehr als das. Entrepreneurship bezeichnet die Gründung von Unternehmen auf Grundlage einer innovativen, also neuartigen Geschäfts- oder Problemlösungsidee (Vgl.  businessinsider.de).  

      Der Begriff Entrepreneurship wird über das klassische Start-up-Verständnis um weitere Felder erweitert. Diese sind u.a.: 

    • Die ESG-Kriterien bezeichnen Kriterien aus den drei Bereichen Umwelt (Enviromental), Soziales (Social) und Unternehmensführung (Governance) und beziehen sich auf Verantwortungsbereiche von Unternehmen bezogen auf deren Nachhaltigkeit. 

      Unter Umwelt (E) fallen dabei vor allem Themen wie Umweltverschmutzung oder -gefährdung, Treibhausgasemissionen oder Energieeffizienz. Der Soziale (S) Verantwortungsbereich von Unternehmen bezieht sich dagegen meist auf Fragen der Arbeitssicherheit und den Gesundheitsschutz, Diversität oder dem gesellschaftlichen Engagement, das ein Unternehmen verfolgt. Nachhaltige Unternehmensführung (G) bezieht sich auf die Frage, wie offen und transparent ein Unternehmen die interne und externe Kommunikation und das Qualitätsmanagement gestaltet. Ebenso fällt die Frage nach den Unternehmenswerten und inwiefern diese wirklich eingehalten werden unter diesen Aspekt. 

      Das ESG-Rating bewertet im Weiteren Unternehmen anhand ihrer Performance dieser Kriterien entsprechend. Es dient dazu, Kund:innenen, Investor:innen und anderen Stakeholdern eine Einschätzung darüber zu geben, wie verantwortungsbewusst und nachhaltig ein Unternehmen agiert und welche Auswirkungen es zu verantworten hat. Verschiedene Nachhaltigkeitsratings basieren auf der Analyse dieser Kriterien. Gerade im Finanzdienstleistungs-Bereich nimmt das ESG-Rating eine immer größer werdende Bedeutung ein. 

      Vgl. https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/esg-kriterien-120056, zuletzt aufgerufen am 04. April 2024. 

      Vgl. https://www.ihk.de/hamburg/produktmarken/beratung-service/gruendung/brancheninformationen/esg-kriterien-5673094, zuletzt aufgerufen am 04. April 2024. 

    • Die Innovationspolitik hat in Deutschland den Anspruch, strategische Entscheidungen auf der Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnisse zu fällen. Dieser Ansatz hat eine lange Tradition und ist bekannt als evidenzbasierte Politik, bei der die in empirischen Untersuchungen gewonnenen Fakten zur Entscheidungsfindung beitragen – ganz im Gegensatz zu einer politischen Steuerung, die vor allem den Interessen und Zielen Einzelner bzw. gesellschaftlicher Gruppen oder bestimmten Ideologien folgt. Der Anspruch einer evidenzbasierten Politik kann aber nur dann umgesetzt werden, wenn die notwendigen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Steuerungsinformationen vorliegen

      (Vgl. Kind und Wessels 2014). 

    • Die Wortpaare ex ante/ex post werden vor allem in der Rechtswissenschaft und Wirtschaftswissenschaft verwendet. Sie beziehen sich auf den Zeitpunkt, an welchem ein Ereignis oder Sachverhalt betrachtet wird. 

      Dabei verweist ex ante (lat. „im Voraus“) auf Ereignisse oder Sachverhalte, die im Voraus betrachtet werden, also bevor sie eintreten. Es handelt sich um Prognosen, Planungen oder Vorhersagen, die vor der Umsetzung von Maßnahmen getroffen werden. Zum Beispiel könnte eine Ex-ante-Analyse die möglichen Auswirkungen einer bestimmten Politik oder eines Projekts vor deren Umsetzung untersuchen. 

      Im Gegensatz dazu beschreibt ex post (lat. „im Nachhinein“) eine nachträgliche Beurteilung von Ereignissen oder Entscheidungen. Es geht um die Analyse oder Bewertung von bereits geschehenen Handlungen oder Ergebnissen. Zum Beispiel könnte eine Ex-post-Analyse eines Projekts die Bewertung einer Leistung nach Abschluss umfassen. 

    • Exnovation kann als das Gegenbegriff zur Innovation betrachtet werden. Werden mit Innovationen schrittweise neue Infrastrukturen, Technologien oder soziale Praktiken (siehe Definition im Glossar) geschaffen und in die Gesellschaft eingeführt, werden diese im Exnovationsprozess wieder abgeschafft. So sprechen wir also von einer Exnovation, wenn bereits getestete Prozesse, Erfindungen, Praktiken etc. wieder eingestellt werden. Gründe können Umweltbelastung oder Ineffizienz sein. Beispiele sind der Kohleausstieg oder auch das FCKW-Verbot

      (Vgl. borderstep.de, Öko-Institut e.V., Heyne et al. 2017: 326, zuletzt aufgerufen am 25.05.23). 

    • Externalität (auch „externer Effekt“) bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre und Umweltökonomik Effekte, die entstehen, wenn durch Herstellung oder Verbrauch von Waren oder Leistungen Kosten oder Einsparungen für andere entstehen, ohne dass dafür ein Ausgleich erfolgt. Der sogenannte Preismechanismus versagt somit im Fall von externen Effekten, was auch als Marktversagen bezeichnet wird und theoretisch ein Eingreifen des Staates notwendig macht, was jedoch häufig ausbleibt.

      Externalität in Form von externen Kosten entstehen beispielsweise, wenn ein Unternehmen nur die betriebswirtschaftlichen Kosten der Produktion kalkuliert, während die sozialen Kosten der Produktion jedoch auf die Gesellschaft abgewälzt (externalisiert) werden. Dies wäre der Fall, wenn ein Kraftwerk die durch die eigene Energieproduktion hervorgerufenen Belastungen nicht selbst über den Strompreis ausgleicht, sondern die Behebung von Umwelt- und Gesundheitsschäden anderen überlässt. 

      Vgl. https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/lexikon-der-wirtschaft/19316/externe-effekte/, zuletzt aufgerufen am 04. April 2024. 

F

    • Ein FabLab (fabrication laboratory) ist eine offene Werkstatt, die auf computergesteuerte Fertigung ausgerichtet ist. Ziel eines FabLabs ist es, dass jeder seine Ideen in die Tat umsetzen kann. Dazu werden High-Tech-Maschinen und das nötige Wissen zur Verfügung gestellt, sodass ansonsten Unmögliches verwirklicht werden kann. Ein FabLab zeichnet sich durch freien Zugang zu Produktionstechnologien sowie einem Bezug zum Thema Open Hardware und zur Maker Bewegung aus

      (Vgl. Baier et al. 2016). 

    • Förderdarlehen sind Kredite aus öffentlicher Hand, die mit besseren Konditionen als die der Hausbanken versehen sind. Sie helfen vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Gründung. Sie schaffen die Möglichkeit Investitionen zu tätigen und Betriebsmittel zu deckeln. Sie werden oft in Kombination mit anderen Fördermitteln beantragt.  

      Wichtige Eigenschaften von Förderdarlehen sind günstige Zinskonditionen, lange Laufzeiten und rückzahlungsfreie Zeiten (insbesondere zu Beginn). Öffentliche Förderdarlehen werden zum Beispiel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergeben. Ohne Eigenkapital und eine überzeugende Beschreibung werden allerdings auch keine Förderdarlehen gewährt (Vgl. u.a. Fördermittel Plus, aufgerufen am 17.05.23). 

    • Fördermittel oder Zuwendungen sind öffentliche Mittel, welche vom Zuwendungsgeber zur Erreichung von klar definierten Zielen (wirtschaftlich, sozial, nachhaltig) gewährt werden. Voraussetzung für die Gewährung ist ein erhebliches Interesse des Mittelgebers. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Gewährung von Fördermitteln.  

    • Um öffentliche Fördermittel oder Förderungen zu erhalten, kann man sich als Projekt, Verein, Unternehmen oder Organisation auf verschiedene Förderrichtlinien bewerben. Förderrichtlinien sind Bekanntmachungen und beinhalten die von der jeweiligen Stelle festgesetzten Regeln, welche bei der Gewährung von Fördermitteln eingehalten werden müssen. Hier sind der Zweck, die Voraussetzungen und die Bedingungen der jeweiligen Förderungen definiert und bilden den Rahmen für die Beantragung der Mittel.  

      (Vgl. franchiseportal.de, aufgerufen am 13.04.23). 

    • Seit Januar 2020 wurde mit dem Gesetz zur steuerlichen Förderung von Forschung und Entwicklung eine neue steuerliche Förderung in Form einer Forschungszulage eingeführt (FZulG; BGBl I S. 2763). Neben die Projektförderlandschaft tritt dadurch eine steuerliche Förderung, die den Investitionsstandort Deutschland stärken und Forschungsaktivitäten insbesondere im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen anregen soll. Die Forschungszulage steht allen steuerpflichtigen Unternehmen unabhängig von ihrer Größe oder Branche zur Verfügung, sofern sie FuE-Tätigkeiten durchführen. Dies gilt sowohl für Einzelunternehmen als auch für Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften.

      (Vgl. https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Themen/Steuern/Steuerliche_Themengebiete/Forschungszulage/forschungszulage.html, zuletzt aufgerufen am 04. April 2024)

    • Freie Wohlfahrtspflege ist die Gesamtheit aller sozialen Hilfen, die auf freigemeinnütziger Grundlage und in organisierter Form in der Bundesrepublik Deutschland geleistet werden. Öffentliche Träger sind alle Sozialleistungsträger nach dem Sozialgesetzbuch (SGB). Im engeren Sinne bezieht sich der Begriff auf die behördlichen Träger der Jugendhilfe und der Sozialhilfe in Abgrenzung zu den dort tätigen Freien Trägern. So regelt das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG = SGB VIII) für den Leistungsbereich der Jugendhilfe ausdrücklich ein Zusammenwirken von Freien und Öffentlichen Trägern der Jugendhilfe (§3 KJHG, Subsidiarität). Die Träger der Freien Wohlfahrtspflege sind ausnahmslos gemeinnützig. Darin unterscheiden sie sich grundlegend von gewerblichen – auf Gewinnerzielung ausgerichteten – Angeboten und von denen öffentlicher Träger (Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege). 

    • Fremdkapital kommt von außen, also von fremden Kapitalgeber:innen und wird befristet und rückzahlbar zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, die geliehenen Mittel müssen über einen abgestimmten Zeitraum inklusive Zinsen zurückgezahlt werden. 

G

    • Das Gemeinwohl bezeichnet das Wohl und die Interessen der gesamten Gesellschaft, nicht nur einzelner Personen oder Gruppen. Es umfasst Aspekte wie soziale Gerechtigkeit, wirtschaftliche Stabilität, Umweltschutz und kulturelle Vielfalt. Maßnahmen, die dem Gemeinwohl dienen, haben das Ziel, das Zusammenleben in einer Gesellschaft zu verbessern und das Wohlergehen aller Menschen zu fördern, unabhängig von individuellen Unterschieden oder Privilegien. Kurz gesagt, das Gemeinwohl betrifft das Wohl aller Menschen und das funktionierende Miteinander in einer Gesellschaft. 

      (Vgl. https://www.bpb.de/, zuletzt aufgerufen 18.04.2024)

    • Gemeinwohlorientierte Unternehmen im Sinne der Nationalen Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen sind solche Unternehmen, für die das soziale und ökologische, gemeinwohlorientierte Ziel Sinn und Zweck ihrer Geschäftstätigkeit darstellt. Dies äußert sich oft in einem hohen Maß an sozialer Innovation. Ihre Gewinne werden größtenteils wieder investiert, um dieses soziale Ziel zu erreichen. Zudem spiegelt sich das Ziel in ihrer Organisationsstruktur oder den Eigentumsverhältnissen wider. Viele dieser Unternehmen basieren auf Prinzipien der Mitbestimmung oder Beteiligung der Belegschaft, während andere auf soziale Gerechtigkeit ausgerichtet sind. 

      Vgl. https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Dossier/nationale-strategie-fuer-sozialunternehmen-und-social-startups.html

    • Gemeinwohlorientierung bedeutet, dass das Wohl der gesamten Gemeinschaft im Fokus steht. Es geht darum, Entscheidungen und Handlungen so zu gestalten, dass sie nicht nur einzelnen Individuen oder Gruppen zugutekommen, sondern der Gesellschaft als Ganzes dienen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Einführung eines kostenlosen öffentlichen Nahverkehrs in einer Stadt. Dadurch wird nicht nur die Mobilität für alle Bürger:innen verbessert, sondern auch die Umweltbelastung reduziert und die soziale Teilhabe gestärkt. Ziel ist es, eine gerechtere und harmonischere Gesellschaft zu schaffen, in der das Wohl aller berücksichtigt wird. 

    • Gesellschaftliche Teilhabe bezeichnet den Zugang Einzelner und gesellschaftlicher Gruppen zu verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Dazu gehören etwa Politik, Arbeit, Erziehung und Bildung, Wohnen sowie Pflege und Gesundheit. Gesellschaftliche Teilhabe zielt auf die Herstellung gleicher Lebensbedingungen, sozialer Gerechtigkeit und der Integration aller Menschen. Insbesondere in vielfältigen Gesellschaften wird über gesellschaftliche Teilhabe die Inklusion verschiedener Bevölkerungsgruppen verschiedener sozialer Gruppen angestrebt, beispielsweise durch freie Initiativen, die das Miteinander organisieren, durch die Selbstorganisation betroffener Menschen und durch das freie Engagement von Personen. Wichtige Aufgaben im Bereich der Inklusion und gesellschaftlichen Teilhabe kommen zudem (wohlfahrts-)staatlichen Institutionen, öffentlichen Einrichtungen oder Trägern der kirchlichen und freien Wohlfahrt bzw. dem dritten Sektor zu (Vgl. Rudolf 2017). 

    • Der Begriff “Globaler Süden” bezieht sich auf die sogenannten Entwicklung- und Schwellenländer und ist nur bedingt geografisch zu verstehen. Er wird meist im Kontext der Entwicklungspolitik und in den Sozial- und Geisteswissenschaften verwendet und löst hier zunehmend die Rede von der „dritten Welt“ ab. Die Länder des Globalen Südens sind meist ökonomisch weniger entwickelt und befinden sich vorwiegend in Afrika, Asien, Lateinamerika und Teilen Osteuropas. Diese Regionen stehen oft vor Herausforderungen wie Armut, unzureichender Gesundheitsversorgung, politischer Instabilität und Umweltproblemen. Die Bezeichnung “Globaler Süden” betont die Ungleichheit im globalen Wirtschaftssystem und die Abhängigkeit dieser Länder von dem wirtschaftlich und politisch dominierenden “Globalen Norden”. Kritisiert werden die Begriffe, da sie die Perspektive der Industrieländer abbilden. Einerseits spiegelt die Rede vom “Globalen Süden” – in Abgrenzung zur Redewendung der sogenannten “Dritten Welt” – den Versuch wider, besagte Staaten und Bevölkerungsgruppen mit einer weniger kolonialistischen Haltung zu begegnen. Andererseits transpotiert “Globaler Süden” weiterhin eben jenen Reduktionismus und Paternalismus, der bereits im Begriff der “Dritten Welt” problematisch zeichnet.

      (Vgl. https://www.bmz.de, https://www.fes.de/, zuletzt aufgerufen am 19.04.2024)

    • Corporate Social Responsibility (CSR) kann von Unternehmen als Marketinginstrument missbraucht werden, um ein positives Image zu erzeugen und dadurch den Umsatz zu steigern oder einen anderen marktrelevanten Vorteil zu erzielen. Dies kann dazu führen, dass Unternehmen bloß oberflächliche Maßnahmen ergreifen, um ihr Engagement für Soziales und Umweltfragen zu demonstrieren, während sie gleichzeitig weiterhin unethische Praktiken ausüben. Dieses Phänomen wird als “Greenwashing” bezeichnet.

      Greenwashing beinhaltet die irreführende Darstellung von Umweltinitiativen, um das Image eines Unternehmens zu verbessern, ohne tatsächlich substanzielle Veränderungen vorzunehmen. Zum Beispiel könnten Unternehmen behaupten, umweltfreundliche Produkte herzustellen, während sie weiterhin umweltschädliche Produktionsmethoden verwenden. Dies kann Verbraucher täuschen und verhindern, dass sie bewusste Kaufentscheidungen treffen. Es sollte daher stets kritisch hinterfragt werden, ob die CSR-Maßnahmen eines Unternehmens glaubwürdig sind und tatsächlich positive Veränderungen bewirken.

    • Ein Gründungsstipendium ist eine finanzielle Unterstützung, die angehenden Unternehmer:innen gewährt wird, um ihre Geschäftsideen in die Realität umzusetzen. Diese Stipendien werden oft von staatlichen Stellen, privaten Organisationen oder Stiftungen vergeben. Sie dienen dazu, den Gründer:innen die erforderlichen finanziellen Mittel zu bieten, um ihre Geschäftsideen zu entwickeln, zu testen und zu verwirklichen, indem sie beispielsweise Mietkosten, Lebenshaltungskosten oder die Entwicklung von Prototypen decken. Gründungsstipendien können auch Beratung und Mentoring umfassen, um die Stipendiat:innen im Gründungsprozess zu unterstützen. Stipendien spielen eine wichtige Rolle bei der Förderung von technischen und sozialen Innovationen, insbesondere in Startup-Ökosystemen und in Branchen mit hohem Innovationspotenzial. 

H

    • Bei dem Hausbankenprinzip wird das Förderdarlehen über eine Hausbank genehmigt und abgewickelt und nicht über die Vergabestelle direkt. Ausnahmen bilden hierbei Subventionen und Zuschüsse, hier muss die Bank keine Zustimmung erteilen. Die jeweilige Hausbank muss nicht zwingend die bisherige Hausbank der Antragsteller:in sein. Die Banken prüfen die Kreditnehmer:innen und das Vorhaben anhand der eingereichten Unterlagen. Nach positiver Beurteilung kann der Antrag bei der jeweiligen Förderbank gestellt werden. Mehr Informationen dazu hier

I

    • Impact (engl.: “Wirkung”) bezieht sich im wirtschaftlichen Kontext auf die Analyse der Veränderungen oder Effekte, die eine bestimmte Handlung, Investition oder Initiative auf die Gesellschaft, die Umwelt oder andere relevante Bereiche hat. Im Bereich des sozialen Unternehmertums und der nachhaltigen Finanzierung wird der Begriff “Impact” oft verwendet, um den positiven Einfluss zu quantifizieren, den eine Organisation oder ein Unternehmen auf soziale Probleme oder Umweltfragen hat. Dies kann beispielsweise die Verbesserung der Lebensqualität von benachteiligten Gemeinschaften, die Reduzierung von Umweltbelastungen oder die Förderung von Bildung und Gesundheit umfassen. Die Messung und Bewertung des Impacts ist ein wichtiger Aspekt für Investoren und Unternehmen, die ihre soziale Verantwortung betonen und sicherstellen möchten, dass ihre Aktivitäten einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leisten. 

      (Vgl. https://www.wifor.com/de/, zuletzt aufgerufen am 22.04.2024)

    • Impact-Investitionen beziehen sich auf finanzielle Investitionen, die neben dem Streben nach finanzieller Rendite auch einen messbaren sozialen oder ökologischen Nutzen anstreben. Der Begriff “Impact” bezieht sich hier auf die beabsichtigte positive Wirkung auf die Gesellschaft oder die Umwelt. Impact-Investitionen können in Unternehmen, Organisationen oder Fonds getätigt werden, die darauf abzielen, konkrete soziale oder Umweltprobleme anzugehen und gleichzeitig finanzielle Erträge zu erzielen. Impact Investing kann in unterschiedlichen Anlageklassen wie Private Equity, Aktien, Anleihen, Immobilien usw. umgesetzt werden. Beispiele dafür sind Investitionen in Technologien zur Klimawandelbekämpfung, Social Venture Capital-Fonds, sozialwirksame Immobilienprojekte, Mikrofinanzfonds, Private Debt in Entwicklungsländern, Impact-Anleihen oder Transformationsfonds.

      Für mehr Infos und Beispiele zum Thema Impact Investing siehe: https://bundesinitiative-impact-investing.de/impact-investing/

    • Selbst wenn Wirkungsziele sehr konkret formuliert sind, lässt sich aus ihnen nur selten ableiten, in welchem Ausmaß oder Grad das Ziel erreicht wurde. Deshalb ist es notwendig, mit Indikatoren zu arbeiten. Anhand von Indikatoren kann festgestellt werden, ob ein bestimmtes Ereignis eingetreten ist. In der Planungsphase werden Indikatoren zur Beschreibung der Situation und der Bedarfe genutzt und dienen der Konkretisierung der Wirkungsziele. Für die wirkungsorientierte Projektsteuerung ist es wichtig, dass die Indikatoren – so weit wie irgend möglich – bereits während der Planungsphase festgelegt werden, damit während der Projektumsetzung klar ist, welche Aspekte eigentlich relevant sind. Während der Projektumsetzung sind Indikatoren ein wichtiges Instrument der Fortschrittskontrolle, des Lernens und der Steuerung. Mithilfe von Indikatoren lässt sich feststellen, ob das Projekt planmäßig verläuft und die avisierten Ziele erreicht. Die regelmäßige Beobachtung der Indikatoren ist daher die Voraussetzung für die wirkungsorientierte Steuerung. Bei der abschließenden Betrachtung eines Projekts bilden Indikatoren die Grundlage, um das Erreichte analysieren und bewerten zu können. Indikatoren helfen, die Projektergebnisse mit der Situation zum Projektstart zu vergleichen. Es kann zwischen direkten und indirekten Indikatoren unterschieden werden. Direkte Indikatoren lassen sich vor allem für zählbare Sachverhalte wie Outputs und leicht messbare Wirkungen formulieren. Indirekte Indikatoren weisen nur mittelbar auf den zu beobachtenden Sachverhalt hin. Sie werden genutzt, wenn es nicht oder nur mit unvertretbar hohem Aufwand möglich ist, Daten zu erheben. Indirekte Indikatoren werden vor allem dann eingesetzt, wenn qualitative Sachverhalte beschrieben werden: veränderte Lebensumstände, veränderte Einstellungen, verändertes Verhalten.

      (Vgl. Kurz und Kubek 2021)

    • Eine sozial-innovative Initiative ist eine einzelne und konkrete, bereits eingesetzte oder sich im Aufbau befindende Lösung, die ein soziales Bedürfnis befriedigt, eine gesellschaftliche Herausforderung löst oder systemischen Wandel initiieren möchte (Howaldt et al. 2016: 10). 

    • Ein Programm, das Start-ups über einen längeren Zeitraum begleitet und sie bei ihrer Existenzgründung unterstützt. Häufig sind Inkubatoren Orte, an denen Coachings, Mentoring- und/oder Beratungsleistungen für Start-ups angeboten werden. Zur ausführlichen Erklärung von Gründerszene. 

    • Innovation, hergeleitet vom lateinischen “innovare” für “erneuern”, bezeichnet allgemein die Entwicklung und wirtschaftliche Realisierung neuer Ideen, Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren. Tatsächlich werden Ideen erst dann zu Innovationen, wenn sie in neue Produkte, Dienstleistungen oder Methoden verwandelt werden, die erfolgreich am Markt eingeführt und angenommen werden (sogenannte Diffusion). Als treibende Kraft des wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts ermöglicht Innovation die Lösung komplexer Probleme, steigert die Effizienz und fördert die Entwicklung nachhaltiger Technologien. Umgangssprachlich wird der Begriff der Innovation meist für innovative Technologien verwendet. Dem gegenüber verweist der Begriff der Sozialen Innovation z.B. dezidiert auf neue Ideen, die auf Umsetzung sozialer Praktiken oder Organisationsmodellen beruhen. Der Gegenbegriff zur Innovation ist die Exovation, die den Prozess der Abschaffung nicht mehr länger wirksamer oder gewünschter Prozesse, Produkte und Dienstleistungen bezeichnet. 

      In der Wirtschaftswissenschaft führte Peter Schumpeter prominent den Begriff durch seine Theorie der Innovation ein. Schumpeter erklärte damals innerwirtschaftliche Veränderungen anhand des Prozesses der „schöpferischen Zerstörung“, der durch „dynamische Unternehmer“, die neue Ideen durchsetzten, herbeigeführt und dann zu Wachstum und technischen Fortschritt führen würden.  

      (Vgl. https://wirtschaftslexikon.gabler.de/, https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/, zuletzt aufgerufen am 10. April 2024.)

    • Der Innovationssysteme-Ansatz ist ein analytischer Ansatz aus der Innovationsforschung. Er untersucht die Interaktion verschiedener Institutionen im Innovationsprozess zur Generierung und Verbreitung von Innovationen (zumeist technologische Innovationen). Wird dieses Netzwerk verschiedener Institutionen des öffentlichen und privaten Sektors auf nationaler Ebene analysiert, spricht man vom Nationalen Innovationssystem. Hier wird insbesondere auf die Rolle des Nationalstaats und relevanter Innovationsstrategien auf nationaler Ebene geschaut. Wird hingegen die Interaktion der Institutionen im Innovationsprozess auf regionaler Ebene untersucht, ist von regionalen Innovationssystemen die Rede (Vgl. Ebner 2021). In der Forschung zu(r) Sozialen Innovation(en) hat sich hingegen in den letzten Jahren ein Ansatz unter der Bezeichnung der Ökosysteme Sozialer Innovationen etabliert. 

K

    • Kleinstunternehmen sind Unternehmen, die weniger als 10 [Mitarbeitende] und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Mio. EUR haben. 

      Kleine Unternehmen sind Unternehmen, die weniger als 50 [Mitarbeitende] und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. EUR haben. 

      Mittlere Unternehmen sind Unternehmen, die weniger als 250 [Mitarbeitende] und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. EUR haben (Ibb.de, aufgerufen am 13.04.23). 

L

    • Labore Sozialer Innovation sind Intermediäre – sie wirken als Bindeglied oder Vermittler:innen für unterschiedliche Akteur:innen – die durch die Bereitstellung von Räumen und/oder Strukturen und Prozessen eine sektoren-übergreifende Zusammenarbeit zur Entwicklung von Sozialen Innovationen ermöglichen. Die genaue Organisationsform des Labors kann unterschiedlich sein. Ein Labor kann demnach ein eigenständiges, institutionalisiertes Zentrum bilden oder aber auch ein zeitlich begrenztes Projekt. Auch spezielle Organisationen können derartige Labore darstellen, sofern sie die Definition und Charakteristika von Laboren Sozialer Innovation erfüllen, obwohl sie sich vielleicht selbst nicht als Labor Sozialer Innovation bezeichnen würden (Vgl. Wascher et al. 2019, aufgerufen am 04.05.2023).   

M

    • Marktorientierte Sozialunternehmen (MSU) sind eigenständige Organisationen, welche mit unternehmerischen Mitteln soziale und/oder ökologische Ziele verfolgen, um dem Gemeinwohl zu dienen. Zu diesem Zweck entwickeln sie sozial-innovative Produkte, Dienstleistungen, Verfahren und Geschäftsmodelle. Marktorientierte Sozialunternehmen erzielen die für ihre soziale/ökologische Mission erforderlichen Einnahmen mindestens in Teilen auf freien oder gesetzlich geregelten Märkten (Jahnke und Christmann et al. (2021): 20, aufgerufen am 02.05.2023). 

    • Mezzanine-Kapital ist eine Mischform von Fremd- und Eigenkapital, wobei Investor:innen keine Mitspracherechte erhalten. Unterformen sind hierbei stille Beteiligungen, Wandeldarlehen, Nachrangdarlehen. Weitere Informationen auf gruenderplattform.de, aufgerufen am 02.05.2023) 

    • Mikrokredite sind kleinere Beträge (oft zwischen 2.000 EUR – 25.000 EUR) und helfen, Existenzgründungen oder kleinere Finanzierungsvorhaben auf die Beine zu stellen. Meistens werden dabei aber höhere Zinssätze gefordert als bei größeren Förderdarlehen. 

    • Über den Mikromezzaninfonds Deutschland (MMF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) werden stille Beteiligungen von bis zu 50.000 Euro mit einer Laufzeit von 10 Jahren ausgegeben. Für die besonderen Zielgruppen des MMF sind auch höhere Beteiligungen möglich (beispielsweise von Frauen oder von Menschen mit Migrationshintergrund geführte Unternehmen oder marktorientierte Sozialunternehmen). Die Finanzierungen des MMF werden durch die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften (MBGen) der einzelnen Bundesländer ausgegeben.  

    • Missionsorientierte Innovationspolitik stellt eine wertebasierte Form politischer Intervention dar. Sie versucht, einzelne gesellschaftliche Teilsysteme und ihre Akteur:innen so zu stimulieren und zu koordinieren, dass die Lösungsfähigkeit zur kollaborativen Bewältigung insbesondere sozial-ökologischer Herausforderungen und die Gemeinwohlorientierung gesteigert wird. Diese Politikform steht in engem Zusammenhang zu transformativen, häufig regional zu verankernden Innovations-Ökosystemen und folgt einem ganzheitlichen Innovationsverständnis, in dem soziale Innovationen neben technologischen Innovationen eine gleichwertige Rolle spielen (vgl. Mazzucato 2018). Im Mittelpunkt stehen Innovationsprozesse an denen eine große Anzahl heterogener Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und insbesondere auch der Zivilgesellschaft über einen längeren Zeitraum systematisch einzubeziehen sind. Aufgrund der damit einhergehenden, durchaus intendierten Interessensvielfalt bzw. -divergenz sind die notwendigen Aushandlungsprozesse meistens  konfliktträchtig. Die Eröffnung dementsprechender Diskursarenen und die Etablierung wirksamer Dialogformate und neuer Handlungspraktiken bedarf neuer Konzepte der Mitwirkung von Öffentlichkeit und ist an anspruchsvollen, kaum standardisierbaren Voraussetzungen gebunden.

    • Eine neue Herangehensweise in der Politik zielt darauf ab, gezielt Lösungen für drängende Umwelt- und Sozialprobleme zu entwickeln. Diese Art der Politik, oft als “missionsorientierte Innovationspolitik” bezeichnet, setzt darauf, bestimmte Bereiche der Gesellschaft – wie Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft – zu motivieren und besser zu vernetzen. Das Ziel ist es, gemeinsam sowohl technologische als auch soziale Neuerungen zu fördern, die dem Gemeinwohl dienen. Diese Politik versucht nicht nur, Innovationen voranzutreiben, sondern auch, sie tief in der Region zu verankern und alle relevanten Akteur:innen langfristig miteinzubeziehen.

      Im Zentrum stehen Innovationsprozesse, die meist viele unterschiedliche Teilnehmer:innen aus verschiedenen Bereichen zusammenbringen. Dabei ist es wichtig, dass alle diese Gruppen über längere Zeit hinweg zusammenarbeiten. Das kann durchaus zu Konflikten führen, da unterschiedliche Interessen aufeinandertreffen. Um diese Herausforderungen zu meistern, sind neue Formen der öffentlichen Beteiligung und der Dialogführung notwendig. Diese neuen Ansätze müssen flexibel sein und dürfen nicht auf starren Regeln basieren, um effektiv zu sein.

      Bei der Entwicklung neuer Politikansätze, die auf breite öffentliche Beteiligung setzen, geht es darum, Räume für Diskussionen zu schaffen und Formate für den Austausch zu entwickeln, die wirklich funktionieren. Diese müssen so gestaltet sein, dass sie flexibel auf die vielfältigen und oft schwer vorhersehbaren Bedürfnisse der Teilnehmer:innen eingehen können. Einfache, einheitliche Lösungen gibt es hier selten. Vielmehr müssen innovative und maßgeschneiderte Wege gefunden werden, bei denen die Öffentlichkeit aktiv in diese Prozessen eingebunden werden kann.

    • Der Begriff Missionsorientierung stammt aus der Forschungs- und Innovationspolitik. Er bedeutet, dass sich die jeweilige Forschung und die Entwicklung von (sozialen und technischen) Innovationen in ihrer Anwendung auf die zum Beispiel von der EU oder der Bundesregierung definierten wichtigsten gesellschaftlichen Probleme und deren Lösung (Mission) ausrichten. Das heißt, dass Forschung und Entwicklung von Innovationen missionsorientiert handeln, indem zum Beispiel die Forschung relevantes Wissen zu den Problemlagen oder Lösungen generiert und innovative Lösungen entwickelt werden. Im Hinblick auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen definiert die Bundesregierung sechs zentrale Missionen, die unter anderem die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen berücksichtigen. Für diese Problemlagen zeigt die Zukunftsstrategie „Forschung und Innovation“ Wege der Veränderung auf und räumt ihrer Erforschung und der Entwicklung von Innovationen Vorrang ein. Die aktuellen Missionen beschäftigen sich unter anderem mit ressourceneffizientem und kreislauffähigem Wirtschaften, nachhaltiger Mobilität, Klimaschutz, Klimaanpassung, Ernährungssicherheit und der Bewahrung der Biodiversität, Gesundheit für alle, Potenziale der Digitalisierung nutzbar zu machen, gesellschaftlicher Resilienz und Vielfalt sowie Zusammenhalt stärken (Vgl. bmbf.de, aufgerufen am 20.04.2023).  

N

    • Eine nachhaltige Geldanlage, auch als “grüne”, “sozial verantwortliche” oder “ESG-Investition” (Environmental, Social, Governance) bekannt, bezieht sich auf Anlagestrategien, die neben finanziellen Renditen auch ökologische, soziale und unternehmensethische Kriterien berücksichtigen. Ziel ist es, in Unternehmen oder Projekte zu investieren, die positive Beiträge zu nachhaltiger Entwicklung leisten oder zumindest keine negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft haben. 

      Investoren, die sich für nachhaltige Geldanlagen entscheiden, legen Wert darauf, dass ihre Investitionen beispielsweise Umweltschutz fördern, faire Arbeitsbedingungen unterstützen oder eine gute Unternehmensführung vorweisen. Dies kann durch den Ausschluss von Investments in bestimmte Branchen, wie Tabak oder fossile Brennstoffe, oder durch die gezielte Auswahl von Unternehmen, die als Vorreiter in nachhaltigen Praktiken gelten, geschehen. 

      Nachhaltige Geldanlagen gewinnen zunehmend an Beliebtheit, da immer mehr Anleger:innen erkennen, dass ökonomische, ökologische und soziale Faktoren langfristig die Performance von Investitionen beeinflussen können. 

    • Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Dabei ist es wichtig, die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – wirtschaftlich effizient, sozial gerecht, ökologisch tragfähig – gleichberechtigt zu betrachten. Um die globalen Ressourcen langfristig zu erhalten, sollte Nachhaltigkeit die Grundlage aller politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen sein (Vgl. bmz.de, zuletzt aufgerufen am 03.05.2023). 

    • Ein Nachrangdarlehen ist eine Form der Finanzierung, bei der die Rückzahlung des Darlehens im Falle einer Insolvenz oder Liquidation des Unternehmens nach anderen Gläubigern erfolgt. Das bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz oder Liquidation des Unternehmens die Gläubiger mit vorrangigen Ansprüchen, wie beispielsweise Banken oder andere Kreditgeber, zuerst bedient werden und erst danach die Inhaber von Nachrangdarlehen ihre Forderungen geltend machen können. Im Gegensatz zur in der Startup-Welt üblichen eigenkapital-basierten Finanzierung, zeichnen sich Nachrangdarlehen darüber aus, dass die Finanzierung nicht mit einem Stimmrecht für den/die Investor:in einhergeht. 

      Nachrangdarlehen sind bei Sozialunternehmen beliebt, da sie Flexibilität bei der Rückzahlung bieten, die Mission des Unternehmens unterstützen, als Ergänzung zu anderen Finanzierungsinstrumenten dienen und langfristige Partnerschaften fördern.

      Nachrangdarlehen gehen mit einem erhöhten Risiko für den Darlehensgeber einher, da im Fall einer Insolvenz die Möglichkeit besteht, dass das verliehene Geld teilweise oder gar nicht zurückerhalten wird. Aufgrund dieses erhöhten Risikos sind Nachrangdarlehen oft mit einem höheren Zinssatz ausgestattet als gewöhnliche Darlehen, was sie für Investoren:innen attraktiver macht, die bereit sind, ein höheres Risiko einzugehen.

    • Am 13. September 2023 hat die Bundesregierung die ressortübergreifende Nationale Strategie für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientierte Unternehmen verabschiedet, die unter der Federführung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz erarbeitet wurde. Die Strategie formuliert in sieben Leitlinien und elf Handlungsfeldern die wesentlichsten Ziele sowie 70 Maßnahmen, um durch verbesserte Rahmenbedingungen und passende Unterstützung alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Kräfte zu mobilisieren und Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu entwickeln. 

      Die Plattform für Soziale Innovationen ist eine der wesentlichen Maßnahmen der Strategie – als zentrale Anlaufstelle, um sich zu informieren, zu vernetzen und zu lernen. Kollaboration und Kooperation stehen auch im Fokus sogenannter Open Social Innovation-Prozesse. Ziel ist es, Allianzen zu bilden, die dafür sorgen, dass es auch nach der staatlichen Anreizförderung wirkungsvoll weitergeht. 

      Übersicht aller Handlungsfelder:  

      1. Rahmenbedingungen optimieren und strukturelle Hindernisse beseitigen 
      1. Sozial-innovative und gemeinwohlorientierte Gründungskultur und Unterstützungsstrukturen stärken 
      1. Vernetzung, Kollaboration und Transfer voranbringen 
      1. Öffentliche Beschaffung als Hebel nutzen 
      1. Förderinstrumente bedarfsgerecht entwickeln und ausbauen 
      1. Wachstum und Wirkung durch optimierte Finanzierungsangebote vorantreiben 
      1. Forschung zu Sozialen Innovationen und Sozialunternehmen ausbauen 
      1. Kompetenzentwicklung für Soziale Innovationen und Gemeinwohlorientiertes Wirtschaften vorantreiben 
      1. Wirkungsorientierung und Wirkungsmessung als Standard etablieren 
      1. Sichtbarkeit und Anerkennung erhöhen 
      1. Den europäischen und internationalen Schulterschluss suchen 

      Mehr Informationen: https://www.bmbf.de/bmbf/shareddocs/kurzmeldungen/de/2023/09/230913_sigu.html 

    • „New Work“ wurde bereits in den 80er Jahren durch den österreichischen Unternehmer und Sozialphilosophen Frithjof Bergmann entwickelt. Insbesondere in den letzten Jahren erlebt „New Work“ nicht zuletzt auch im Kontext der Digitalisierung eine Renaissance. Das ganzheitliche Konzept der „New Work“ zielt darauf ab, traditionelle Arbeitsmodelle zu überdenken und neue Organisationsansätze beziehungsweise Arbeitskulturen zu entwickeln, die mehr Selbstbestimmung, Partizipation und Mitbestimmung, Flexibilität, Sinnhaftigkeit und Kreativität in der Arbeit ermöglichen. Die Realisierung positiver Effekte von „New Work“ ist gestaltungsabhängig und an der Überwindung traditionell hierarchischer Strukturen gebunden. Positiven Potenzialen stehen Risiken der Überforderung, verschärfter Ausbeutung durch Selbstorganisationsdruck und Selbstkontrolle entlang hoher Leistungsstandards (indirekte Steuerung, Führung durch Zielvereinbarungen, Kontextsteuerung).

    • Nichtregierungsorganisationen (NROs, auf Englisch non-governmental organisations, NGOs) sind prinzipiell alle Verbände oder Gruppen, die gemeinsame Interessen vertreten, nicht gewinnorientiert und nicht von Regierungen oder staatlichen Stellen abhängig sind. Dazu zählen zum Beispiel Gewerkschaften, Kirchen und Bürgerinitiativen, aber auch Arbeitgeberverbände oder Sportvereine. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich der Begriff NRO besonders für Organisationen, Vereine und Gruppen durchgesetzt, die sich gesellschaftspolitisch engagieren (BMZ.de, aufgerufen am 13.04.2023). 

O

    • Der Begriff des Ökosystems Sozialer Innovationen bezieht sich auf ein Netzwerk verschiedener Akteur:innen und Organisationen, das sich darauf konzentriert, gesellschaftliche Probleme zu lösen. Dieses Netzwerk umfasst vor allem gemeinnützige Organisationen, soziale Startups, Bildungseinrichtungen, Forschungslabore und bisweilen auch Unternehmen aus der Privatwirtschaft. Ihr gemeinsames Ziel ist es, innovative Lösungen für soziale Herausforderungen zu entwickeln. 

      Die Stärke dieses Netzwerks liegt in seiner kollaborativen Dynamik: Wissen und Ressourcen werden geteilt, und Ideen werden gemeinsam entwickelt und umgesetzt. Durch die Zusammenarbeit von Akteur:innen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Perspektiven können effektive Lösungen gefunden werden, die allein schwer zu erreichen wären. Das Ökosystem fördert nicht nur die Entstehung von Sozialen Innovationen, sondern unterstützt auch deren Verbreitung und nachhaltige Anwendung, um einen langfristigen positiven Einfluss auf die Gesellschaft zu gewährleisten. 

      (Vgl. D. Domanski / C. Kaletka, SOCIAL INNOVATION ECOSYSTEMS) 

    • Open Social Innovation setzt auf die Beteiligung von Personen und Institutionen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, bei Innovationsprozessen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Dabei arbeiten Bürger:innen, organisierte Zivilgesellschaft, Unternehmen, Stiftungen und öffentliche Verwaltung im Sinne eines „Collective Action“-Ansatzes entlang des gesamten Innovationsprozesses, von der Identifizierung der Herausforderungen, über die Generierung von Lösungsideen bis hin zur Skalierung von Lösungen zusammen. Dadurch können neue Lösungsansätze entwickelt oder aber bereits bestehende Lösungen skaliert werden (Mair, Gegenhuber, Lührsen, Thäter 2022: 7, aufgerufen am 18.04.2023). 

P

    • Partizipation (lateinisch: Teilhabe) ist die aktive Beteiligung oder Übernahme von Aufgaben durch Bürger:innen in politischen Angelegenheiten. Aber auch die Erledigung von gemeinsamen Aufgaben in Vereinen, Organisationen usw. (vgl. bpb.de). 

      Es lassen sich verschiedene Grade der Partizipation unterscheiden, angefangen bei der Nicht-Partizipation bis hin zur Kontrolle durch Bürger:innen, Mitglieder einer Gruppe oder Mitarbeitenden einer Organisation.  

      Neben der politischen Partizipation wie der Einflussnahme und Mitsprache gibt es auch die soziale Partizipation, wie zum Beispiel den Zugang zu Bildung (vgl. Arnstein 1969 ; Nieß 2016).  

      Im Kontext Sozialer Innovation kann Partizipation zum Beispiel auch die aktive Beteiligung der Zivilgesellschaft oder weiterer relevanter Akteur:innen bei der Entwicklung von Lösungsansätzen für gesellschaftliche (soziale oder ökologische) Problemlagen bedeuten.  

      Darüber hinaus haben sich digitale Formen der Partizipation entwickelt. Im Bereich der Bürger:innen-Beteiligung wird e-Partizipation in verschiedenen Stufen als Teil der digitalen Leistungen des Staates (sog. e-Government) eingesetzt. Dazu gehört gemäß e-Participation Framework der Vereinten Nationen, die reine Informationsbereitstellung durch den öffentlichen Sektor und Politik, ohne dass Informationen von Bürger:innen aktiv angefragt werden müssen (e-Information), die Möglichkeit der internet-/computergestützten Mitdiskussion bei relevanten Themenstellungen (e-Konsultation) sowie die aktive Mitentwicklung von Konzepten etwa durch Co-Creation oder das direkte Mitentscheiden bei Strategien etc. (e-Entscheidungsfindung).

      (Vgl. Mair, Gegenhuber, Lührsen, Thäter 2022, United Nations 2020

    • Peer Review bezeichnet einen Prozess der Qualitätssicherung in der wissenschaftlichen Forschung. Dabei beurteilen unabhängige Expert:innen auf einem bestimmten Fachgebiet (die „Peers“ oder Fachkolleg:innen) die Qualität, die Relevanz und die Originalität von Forschungsarbeiten oder Manuskripten, bevor diese veröffentlicht werden. Dieser Prozess beinhaltet zudem die Überarbeitung der Arbeiten auf Grundlage des abgegebenen Feedbacks und dient dazu, den wissenschaftlichen Standard und das Niveau der Forschung zu sichern und die Vertrauenswürdigkeit der Veröffentlichungen zu erhöhen. 

    • Philanthropie bezeichnet das Bestreben, das Wohlergehen anderer Menschen durch gezielte Unterstützung zu fördern. In der Wirtschaftswelt und bei Sozialen Innovationen spielt Philanthropie eine wichtige Rolle, indem sie Ressourcen – meist in Form von Geldspenden, Sachmitteln oder freiwilliger Arbeit – bereitstellt, um gesellschaftliche, kulturelle oder wissenschaftliche Probleme zu adressieren. Stiftungen, Unternehmen und Einzelpersonen, die philanthropisch tätig sind, zielen darauf ab, positive Veränderungen in der Gesellschaft zu bewirken, ohne direkt finanziellen Gewinn daraus zu ziehen. Dies kann z.B. die Förderung von Bildung, Gesundheitswesen, Kunst oder Umweltschutz umfassen. Philanthropie geht oft über einfache Wohltätigkeit hinaus, indem sie nachhaltige Ansätze verfolgt, die langfristige Verbesserungen bewirken sollen. 

      Kritiker:innen merken an, dass philanthropische Förderung intransparent abseits demokratischer Kontrolle erfolge und dabei bestehende Machtstrukturen womöglich verstärke und von den strukturellen Ursachen sozialer Ungleichheiten ablenke. Dabei steht auch die Frage im Raum, inwieweit philanthropisches Engagement eine sinnvolle Ergänzung zu den Leistungen des Staates darstellen kann, statt sie (teilweise) zu ersetzen. Dagegenhalten lässt sich, dass Spenden ihrem Umfang nach “nie die staatlichen Leistungen ersetzen” könnten und darüber hinaus ihren ganz “eigenen Wirkungsbereich” haben (vgl. von Schnurbein, 2024).

      (Vgl. https://www.aktive-buergerschaft.de/, https://www.stiftungen.org/, zuletzt aufgerufen am 23.04.2024)

    • „Pro Bono“ ist eine Abkürzung des lateinischen Ausdrucks „pro bono publico“, was „für das öffentliche Wohl“ bedeutet. In der Praxis bezieht sich Pro Bono auf professionelle Arbeit, die kostenlos oder zu einem stark reduzierten Honorar geleistet wird, um Personen oder Gruppen zu unterstützen, die sich sonst professionelle Dienstleistungen nicht leisten könnten. Oft wird der Begriff im rechtlichen Kontext verwendet, wo Anwält:innen ihre Zeit und Expertise ohne Kosten für bedürftige Klient:innen oder gemeinnützige Organisationen bereitstellen.

      Der Pro-Bono-Dienst wird jedoch auch in vielen anderen Bereichen angeboten, einschließlich Medizin, Architektur, Beratung und sogar im technischen Sektor. Ziel ist es, zur sozialen Gerechtigkeit beizutragen und positive Veränderungen in der Gesellschaft zu fördern, indem Fachwissen und Ressourcen bereitgestellt werden, die sonst unzugänglich wären.

    • Ein Prototyp ist ein frühes Modell oder eine Vorabversion eines Produkts, das entwickelt wird, um Konzepte zu testen, Designentscheidungen zu treffen und die Machbarkeit und Funktionalität vor der endgültigen Produktion zu evaluieren. Prototypen werden in verschiedenen Branchen verwendet, darunter in der Produktentwicklung, Softwareentwicklung und im Ingenieurwesen. Sie können von sehr einfachen, handgefertigten Modellen bis hin zu fortgeschrittenen, funktionsfähigen Versionen reichen, die die tatsächliche Nutzungserfahrung simulieren. Das Erstellen von Prototypen ermöglicht es den Entwickler:innen, Ideen zu visualisieren, Feedback von Nutzer:innen zu erhalten und Probleme frühzeitig zu identifizieren, um Verbesserungen vorzunehmen, bevor das Produkt massenhaft hergestellt wird.

R

    • Reallabore und Realexperimente bezeichnen Dialogformate zur Erzeugung (Sozialer) Innovationen jenseits experten:innenzentrierter und künstlicher Laborsituationen, die auf Grundlage hoher Kontrollmöglichkeiten des zu untersuchenden Gesamtsystems sowie Isolierbarkeit und Beobachtungsmöglichkeit der Wirkung des Einflusses einzelner Variablen stehen. Die Entwicklung neuer Handlungspraktiken beispielsweise  in den Bereichen Stadtplanung, Nachhaltigkeit, Energie, Umwelt, Arbeitsorganisation und Gesellschaft ist mit anderen Erzeugungs- und Entstehungsbedingungen verknüpft, das heißt notwendig. Es werden dabei partizipative Ansätze angewendet, in denen verschiedene Interessengruppen, wie Bürger:innen, Unternehmen, Regierungen und Wissenschaftler:innen, gemeinsam an der Problemdefinition, Lösungsentwicklung und Umsetzung beteiligt sind. Realexperimente können in verschiedenen Maßstäben durchgeführt werden, von lokalen Pilotprojekten bis hin zu länderübergreifenden Initiativen. Eine Sammlung von Kriterien für Reallabore, die in letzter Zeit zunehmend zu Grunde gelegt wird, stellt das Wuppertal Institut bereit: „Beitrag zur Transformation“, „Experimente als Kernmethode“, „Transdisziplinarität als Kernmodus“, ,Lernprozesse und Reflexivität“, „Ausrichtung auf Langfristigkeit, Skalierbarkeit, Transfer“ (vgl. Wanner et al. 2019). Eine Unterscheidung von Reallaboransätzen, mit der auch die inhaltliche Nähe zu Living Labs deutlich wird, bietet beispielsweise das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO mit sieben Kategorien („Demonstratorenwelten“, „Modulare Living Labs“, „KI-Reallabore“, „Urban Living Labs“, „Smart City Living Labs“, „Innovationsareale“, „Integrierte Reallabore“) (vgl. Anduschus et al. 2023), wobei der Ansatz zunehmend auch in anderen Kontexten Verbreitung findet und dabei auch auf verstärkt auf Soziale Innovationen zielt. Ein prominentes Beispiel für ein Reallabor der jüngeren Zeit lieferte das Projekt „Autoreduzierte Quartiere für eine lebenswerte Stadt“, mit dem auch Konflikte deutlich wurden, die Reallabore und Realexperimente mit sich bringen können.  Derzeit arbeitet die Bundesregierung an einem Reallabore-Gesetz, zu dem seit Sommer 2023 ein Konsultationsprozess durchgeführt worden ist. (Vgl. Anduschus, P.-O., Bienzeisler, B. & Prochazka, V. 2023)

    • Der Rebound-Effekt beschreibt ein Phänomen, bei dem Effizienzsteigerungen in der Nutzung einer Ressource (wie Energie, Wasser oder Treibstoff) durch anschließende Verhaltens- oder Verbrauchsänderungen teilweise oder vollständig aufgehoben werden. Dies kann dazu führen, dass die erwarteten Einsparungen durch die Effizienzsteigerung geringer ausfallen oder sogar ganz verschwinden.

      Ein klassisches Beispiel ist der Energiebereich: Wenn neue Technologien den Energieverbrauch von Geräten reduzieren, könnte dies dazu führen, dass Menschen diese Geräte häufiger oder länger benutzen, weil der Betrieb kostengünstiger ist. So könnten die Effizienzgewinne durch einen insgesamt höheren Verbrauch neutralisiert werden. Dieser Effekt kann auf individueller Ebene (z.B. eine Person fährt mehr Kilometer, weil ihr Auto weniger Benzin verbraucht) oder auf gesellschaftlicher Ebene (z.B. durch massenhaften Einsatz energieeffizienter Technologien) auftreten.

      Der Rebound-Effekt ist besonders relevant in Diskussionen über Umweltpolitik und nachhaltige Entwicklung, da er die Effektivität von Maßnahmen zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs beeinflussen kann. Es ist wichtig, diesen Effekt zu verstehen und zu berücksichtigen, um nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die tatsächlich zu einer Verringerung des Gesamtverbrauchs führen.

      (Vgl. https://www.umweltbundesamt.de, zuletzt aufgerufen am 6. Mai 2024)

S

    • Der Begriff Intrapreneurship leitet sich aus Intracorporate und Entrepreneurship ab und bezeichnet das unternehmerische Handeln von Beschäftigten innerhalb bestehender Unternehmen und Organisationen. Auch in gemeinnützigen Organisationen, in bestehenden Sozialunternehmen oder in der öffentlichen Verwaltung ist (Social) Intrapreneurship eine Form der Organisationsentwicklung sowie der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen durch die Angestellten selbst. (Social) Intrapreneurs denken innovationsorientiert und verhalten sich unternehmerisch ebenso wie (Social)  Entrepreneurs, mit dem Unterschied, dass sie Angestellte sind. Sie sind daran interessiert, ihre Organisation voranzubringen und suchen aktiv nach neuen Möglichkeiten, um die Wirkungsbereiche und die Arbeit der gesamten Organisation oder des Unternehmens proaktiv zu verbessern (Vgl. Gründerplattform.de ; tbd.de, aufgerufen am 19.04.2023). 

    • Social Impact beschreibt die tatsächliche soziale Wirkung eines Unternehmens, einer Organisation, eines (Förder-) Programms, Projekts, Produkts oder einer Dienstleistung.

    • Social Impact Bonds sind eine vertragliche Kooperation zwischen mehreren privaten und öffentlichen Partner:innen, durch die Dienstleistungen von Sozialunternehmen privat vorfinanziert und im Erfolgsfall öffentlich rückvergütet werden.

    • Der Begriff Start-up bezeichnet ein kurz vor der Gründung stehendes oder noch junges Unternehmen. Generell nutzt man den Begriff für solche Unternehmen, die jünger als 10 Jahre alt sind. Die Rechtsform kann hier von Start-up zu Start-up ganz unterschiedlich sein. Ein Social Start-up ist somit eine noch junge Unternehmung oder Geschäftsidee, die sich der Lösung gesellschaftlicher (sozialer und/oder ökologischer) Probleme widmet. 

    • Im Ressortkonzept der Bundesregierung werden Soziale Innovationen wie folgt definiert:  

      „Soziale Innovationen umfassen neue soziale Praktiken und Organisationsmodelle, die darauf abzielen, für die Herausforderungen unserer Gesellschaft tragfähige und nachhaltige Lösungen zu finden.  

      Soziale Innovationen drücken sich in zahlreichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Neuerungen aus, unabhängig davon, ob sie kommerziell oder gemeinnützig organisiert sind. Sie lösen gesellschaftliche Probleme anders und möglicherweise auch besser als frühere Praktiken. Sie haben einen eigenständigen Wert und können technologieunabhängig entstehen oder aber durch technologische Innovationen begünstigt und flankiert werden. Und umgekehrt: Auch technologische Innovationen können gesellschaftsgetrieben entstehen oder durch Soziale Innovationen hervorgebracht werden“ (Ressortkonzept zu Sozialen Innovationen 2021: 2).  

      Soziale Innovationen bewähren sich und werden in Teilen der Bevölkerung oder der gesamten Gesellschaft und über die Zeit angenommen (Vgl. Bauer, Kaletka, Krüger, Maldonado-Mariscal 2022: 11).  

      Der Begriff der Sozialen Innovation kann bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Inzwischen hat sich der Begriff neu etabliert, ein einheitliches Verständnis hat sich weltweit bislang aber nicht durchgesetzt. Eine Studie ergab jedoch, dass die meisten untersuchten Ansätze unter einer Sozialen Innovation entweder „Gutes in der oder für die Gesellschaft tun“ oder „die Veränderung von sozialen Praktiken und/oder Strukturen“ verstehen. In Deutschland wurde eine soziologische Definition erarbeitet, die in der soziologischen Praxistheorie verankert ist (Vgl. Rüede und Lurtz 2012, Godin 2015, Howaldt & Schwarz 2010).  

    • Während klassische Innovationsprozesse häufig den Fokus auf die Entwicklung sowie Verbreitung neuer Technologien legen, steht bei Sozialen Innovationen die Veränderung sozialer Praktiken im Mittelpunkt. Sozialer Praktiken beschreiben dabei im weitesten Sinne kollektiv organisierte und ausgeführte Handlungen und Aktivitäten. Dadurch dass etablierte soziale Praktiken durch u.a. Gesetze, Infrastruktur und Normen (Struktur-Ebene) gefestigt werden, benötigt ihre Änderung weiter reichende Prozesse des sozialen Wandels als sie zum Beispiel bei einer rein individuellen Verhaltensänderung vorausgesetzt werden. Die Aufrechterhaltung von Praktiken sowie eine Abweichung von der gängigen Praktik erfolgt jedoch erst bei ihrer Ausführung (Handlungs-Ebene). Bei der Lösung von sozialen Problemen und gesellschaftlichen Herausforderungen zielen Sozial Innovator:innen also darauf ab, neue Praktiken, die bislang (noch) nicht strukturell gefestigt sind, zu etablieren. Beim Car-Sharing geht es zum Beispiel darum im Autoverkehr die Praktik des Besitzens durch die Praktik des Teilens zu ersetzen und so eine Vielzahl weiterer, umweltfreundlicherer Mobilitätspraktiken zu ermöglichen.      

      Oftmals sind gleich mehrere soziale Praktiken miteinander verbunden, beeinflussen einander oder sind voneinander abhängig. Sie werden als sogenannte Praktikbündel oder -komplexe bezeichnet. Gesellschaftliche Phänomene stammen aus solchen Bündeln von sozialen Praktiken und drücken sich in ihnen aus (Vgl. Theodore Schatzki (2019): Social change in a material world. Routledge: London; New York).  

    • Sozialinnovator:innen sind Akteur:innen, Initiativen, Unternehmen oder Organisationen, die sozial-innovative Ideen und Projekte in die Tat umsetzen und den gesellschaftlichen Wandel aktiv vorantreiben. Oftmals handelt es sich um Social Entrepreneurs, Social Start-ups, Sozialunternehmen, Vereine, Nichtregierungsorganisationen (NROs/NGOs), Initiativen der Zivilgesellschaft, Bürger:innen, Kunst-, Kultur- und Medienschaffende, Kreative, sozial-innovative Beschäftigte in gemeinnützigen Organisationen, wie Wohlfahrtsorganisationen, Kultur- und Museumsorganisationen, Stiftungen, in der öffentlichen Verwaltung sowie Akteur:innen aus der Wissenschaft, der Politik und der Wirtschaft. 

    • Soziales Unternehmer:innentum oder Social Entrepreneurship ist eine unternehmerische Tätigkeit, die sich innovativ und langfristig für die Lösung sozialer Probleme und generell für einen wesentlichen, positiven Wandel der Gesellschaft einsetzt. Im Unterschied zu konventionellen Unternehmer:innen (Entrepreneurs), die Produkte und Dienstleistungen für den Markt produzieren, entwickeln Sozialunternehmer:innen – also Social Entrepreneurs – Produkte und Dienstleistungen für die Gesellschaft. Der Profitgedanke steht für Social Entrepreneurs im Hintergrund, weshalb viele dieser Unternehmen Non-Profit-Organisationen sind. Außerdem zeichnen sich Sozialunternehmer:innen dadurch aus, dass ihre Unternehmen möglichst transparent, wirkungsorientiert und partizipativ strukturiert sind.  

      Wenn Sie noch weitere Informationen zum Thema Social Entrepreneurship suchen, empfehlen wir Ihnen einen Blick zu SEND oder Ashoka

    • Mit Stakeholder werden im engeren Sinne alle Personen, Gruppen, Institutionen oder Unternehmen bezeichnet, die im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Erfolg oder der gesellschaftlichen (sozialen oder ökologischen) Wirkung der Geschäftsidee einer Unternehmung oder einer Organisation stehen. Im erweiterten Sinne werden unter Stakeholdern alle internen und externen Anspruchsgruppen einer Problemlösungsidee einer Unternehmung verstanden, was etwa auch Staat und Gesellschaft zum Beispiel mit dem Interesse der Teilnahme an der politischen Willensbildung umfasst (vgl. Gabler Wirtschaftslexikon 2018, Bono & Pettenkofer 2017, Stötzer 2009). 

    • Bei einer Synergie beziehungsweise einem Synergieeffekt handelt es sich um eine Kombination von zwei oder mehreren Unternehmungen oder Aktivitäten, die vom Zusammenwirken miteinander profitieren (businessinsider.de, aufgerufen am 13.04.2023). 

T

    • Die Triple, Quadruple und Quintupel Helixen sind aufeinander aufbauende Erklärungsmodelle zur Entstehung von Innovationen. Dabei stehen die sogenannten Helixen (zylindrische Spiralen, siehe Darstellung S. 4) für Untersysteme und verschiedene Sektoren in der Gesellschaft, die jeweils eine Rolle für Innovationen spielen und miteinander interagieren. Dabei bringt jeder Sektor eine spezielle Form des Wissens in das Innovationsgefüge ein. In den 1990er Jahren gab es zunächst das Triple Helix-Modell (Dreifache Innovationshelix). Das Triple-Helix-Modell zeigte, dass vor allem die drei Sektoren Politik, Wissenschaft und Wirtschaft an der Entstehung von Innovationen beteiligt sind. Diese Annahme wurde schon bald durch die Quadrupel-Helix (Vierfache Innovationshelix) ergänzt, indem ein weiterer vierter Sektor hinzugefügt wurde: Man erkannte, dass auch die Zivilgesellschaft sowie die medien- und kulturbasierte Öffentlichkeit eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Innovationen und auch bei der Produktion und Verbreitung von Wissen spielen. Aufgrund des absehbaren Klimawandels zeichnete sich dann ungefähr seit den Jahren 2009/2010 ab, dass auch die globale Erwärmung zwangsläufig eine weitere treibende Kraft für Innovationen sein wird. So entstand das Modell der Quintupel Helix (Fünffache Innovationshelix), die als einen weiteren fünften Sektor die natürliche Umwelt des Menschen mitberücksichtigt. Hierauf baut wiederum die Strategie auf, dass eine nachhaltige Entwicklung die globale Erwärmung aufhalten kann (Vgl. Carayannis, Barth, Campbell 2012 ). 

V

    • Venture Capital (auch als Wagnis- oder Risikokapital bezeichnet) ist eine Form der Finanzierung von zumeist jungen, nicht börsennotierten Unternehmen durch externe Partner:innen. Der Fokus liegt dabei oft auf innovativen Unternehmen, die jedoch wenig Sicherheiten mitbringen. Haben Unternehmen eine gewisse Größe erreicht und möchten in weitere Märkte expandieren, treten Venture-Capital-Fonds mit höheren Investitionssummen als Partner:innen Erscheinung (Vgl. fuer-gruender.de ). 

    • Die Vereinten Nationen (VN), oft auch als UN (United Nations) bezeichnet, sind eine internationale Organisation, die 1945 gegründet wurde, um den Weltfrieden zu sichern, die internationale Zusammenarbeit zu fördern und die Menschenrechte zu schützen. Sie besteht aus 193 Mitgliedstaaten und bietet eine Plattform für den Dialog zwischen den Ländern, um globale Probleme wie Kriege, Armut, Umweltschutz und Menschenrechtsverletzungen gemeinsam zu adressieren. Die UN arbeitet durch eine Vielzahl von spezialisierten Agenturen und Programmen, um ihre Ziele in verschiedenen Bereichen wie Gesundheit, Bildung und Entwicklung zu erreichen. 

      (Vgl. https://www.bpb.de/, zuletzt aufgerufen am 7. Mai 2024) 

    • Mit dem Verwendungsnachweis wird die Verwendung von Fördergeldern nachgewiesen. Der Verwendungsnachweis besteht aus einem Sachbericht und einem zahlenmäßigen Nachweis, der über den finanziellen Aufwand eines Projekts im Projektverlauf Auskunft gibt. 

W

    • Der Zugang zu und die Versorgung mit sauberem Wasser ist überlebenswichtig. Die Abkürzung WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (Vgl. washnet.de). 

    • Wirkung ist eine durch eine Organisation verursachte Veränderung eines Ergebnisses. Sie kann positiv oder negativ, beabsichtigt oder unbeabsichtigt sein. Der Begriff “Wirkung” beschreibt die Auswirkungen einer Maßnahme auf eine einzelne Person, während “Wirksamkeit” sich auf die Bewertung einer gesamten Maßnahme bezieht. Die Wirksamkeit einer Maßnahme gibt Auskunft darüber, ob das angestrebte Ziel erreicht wurde, während die Wirkung eine Aussage darüber trifft, welche Auswirkungen die Maßnahme auf die Nutzer: innen hat.

Z

    • Ein Zuwendungsbescheid ist eine schriftliche Mitteilung und die Rechtsgrundlage über die Gewährung von Fördermitteln. Der Bescheid wird automatisch nach dem Abschluss der Bewilligungsphase erstellt und der/dem Empfänger:in bekanntgegeben. 

      Der Bescheid regelt die Beziehungen zwischen Geldgeber:in und Zuwendungsempfänger:in auf der öffentlich-rechtlichen Ebene. Insbesondere enthält die Mitteilung die Finanzierungspläne und die Allgemeine Nebenbestimmungen für die jeweiligen Zuwendungen. Sowohl der Finanzierungsplan wie auch die Nebenbestimmungen sind im weiteren Verlauf der Förderung für beide Seiten verbindlich (Vgl. Subventa.de, aufgerufen am 13.04.23).