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Glossar

Hier erläutern wir relevante Begriffe aus den Themenbereichen Soziale Innovationen, Sozialunternehmertum sowie Förderung und Finanzierung. Das Glossar wird regelmäßig erweitert, erhebt allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

B

    • Business Angels sind (ehemalige) Unternehmer:innen oder Manager:innen, die jungen Unternehmen mit Eigenkapital, Management-Erfahrung, Business-Kontakten und Beratung unterstützen. Es handelt sich um eine Form der Finanzierung und Förderung durch externe Partner:innen.  

      Business Angels werden bei Gründungen sowie kleineren Investitionssummen als Partner:innen gewählt. Sie bringen dabei häufig Branchenwissen und ein eigenes Netzwerk mit und sind an einer langfristigen Zusammenarbeit interessiert. Auch im Social Entrepreneurship gibt es (Social) Business Angels und Organisationen

      (Vgl. gruenderplattform.de ; fa-se.de ; hilfswerft.de )

    • Bei der Beteiligungsfinanzierung stellen Investor:innen einer Unternehmung finanzielle Mittel in Form von Eigenkapital zur Verfügung und erwarten im Gegenzug Unternehmensanteile, oft auch mit Mitspracherecht an den Prozessen und der Ausrichtung der Unternehmung. 

C

    • Co-Creation bezeichnet sowohl eine Methode als auch einen Prozess zum Einbeziehen von Interessensvertreter:innen und Zielgruppen in die verschiedenen Phasen eines Innovationsprozesses. Ziel ist es, gemeinsam zu gestalten. Als Ansatz für nutzer:innen-zentrierte Zusammenarbeit an Innovation ist Co-Creation insbesondere im Design (Link zu Design Thinking) zu verorten (und wird unter Einbezug von Design-Methoden dann auch als Co-Design bezeichnet), welche die Beteiligung der End-Nutzer:innen ab den ersten Phasen der Problembeschreibung und Ideengenerierung ermöglicht. Damit soll sowohl die Relevanz als auch die Akzeptanz einer Innovation gestärkt werden. Als Prozess stammt die Methode der Co-Creation aus der Wirtschaft, wurde jedoch auch vom öffentlichen Sektor aufgenommen, um Bürger:innen in Lösungsfindungsprozesse der öffentlichen Verwaltung einzubeziehen. Ebenfalls findet Co-Creation in partizipativ gestalteten Forschungs- und Entwicklungsprozessen Anwendung (Vgl. Eckhardt et al. 2021). 

    • Unter “Corporate Social Responsibility” oder kurz CSR ist die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens zu verstehen. CSR ist die Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft. Dies umfasst soziale, ökologische und ökonomische Aspekte, wie sie etwa in international anerkannten Referenzdokumenten zur Unternehmensverantwortung ausgeführt sind. Oft realisieren Unternehmen ihre CSR durch Projekte in Themenbereichen, die mit der Arbeit (und den damit verbundenen negativen gesellschaftlichen Auswirkungen (auch Externalitäten genannt)) eines Unternehmens verbunden sind. Entweder führen sie diese Projekte dabei selbst durch oder geben zweckgebundene Gelder an externe Organisationen, die Projekte in unternehmensverwandten Themenbereichen umsetzen (Vgl. csr-in-deutschland.de, zuletzt aufgerufen am 03.05.2023). 

    • Das ist eine Form des Outsourcings von Projekten oder speziellen Aufgaben. Die Projekte werden von Unternehmen zum Beispiel an Online-User:innen oder spezielle Expert:innen ausgelagert. Das bekannteste Beispiel für Crowdsourcing ist Wikipedia. Hier wartet die ausführliche Erklärung

    • Crowdinvesting ist eine Form des Crowdfunding, bei der die Kleinanleger:innen im Gegenzug für ihr Investment eine finanzielle Vergütung erhalten. Oft wird dies durch eine Beteiligung am Unternehmen und an den zukünftigen Gewinnen vorgenommen. In der Regel werden dafür jedoch keine Mitspracherechte zusätzlich vergeben. Der Renditeaspekt spielt bei dieser Art des Crowdfunding eine wichtige Rolle. Das Wort „Crowdinvestment“ ist eine deutsche Wortschöpfung, international wird meist die Bezeichnung „equity-based Crowdfunding“ genutzt. 

    • Crowdfunding bezeichnet eine Finanzierung von Unternehmen oder Vorhaben durch viele Privatpersonen. Über spezielle Online-Plattformen kommen Finanzierungssuchende und Unterstützer:innen zusammen. Die Finanzierung kann als Spende oder Beteiligung erfolgen. Jede:r Unterstützer:in kann auswählen, wie viel Geld sie/er für ein Projekt geben möchte.  
      Die größte und bekannteste deutsche Crowdfunding-Plattform ist Startnext. Einen umfassenden Überblick mit gezielter Suche bietet die Seite crowdfunding.de

    • Ein Ort, an dem sich Freiberufler:innen, aber auch Start-ups und sonstige Teams sowie Einzelpersonen temporär oder längerfristig einmieten können. In der Regel bieten Co-Working Spaces offene Räume an, in denen einzelne Schreibtische angemietet werden können, teilweise auch Meeting-Räume. Besonders die Möglichkeit kollaborativ und flexibel zu arbeiten, macht einen Co-Working Space sehr attraktiv. Außerdem können gerade junge Unternehmen auf diese Weise Fixkosten (zum Beispiel Miete für Büroflächen) einsparen und sich ein Netzwerk aufbauen. Zudem fördert die meist lockere und offene Arbeitsatmosphäre sowie das Miteinander unterschiedlicher Unternehmensideen gegenseitiges Lernen und wirtschaftliche Synergien. 

D

    • Design Thinking ist ein Konzept zur kreativen Problemlösung, welches möglichst unterschiedliche Erfahrungen, Meinungen und Perspektiven hinsichtlich einer Problemstellung zusammenbringt.  
      Besonders interessant ist der Nutzer:innen-zentrierte Blickwinkel. Der Prozess setzt den Fokus auf die Bedarfe von Nutzer:innen und entwickelt die Lösungsansätze darauf aufbauend und in einer sich in mehreren Durchgängen wiederholenden (iterativen) Vorgehensweise, bei der jederzeit in jede vorhergehende Phase zurückgesprungen werden kann. Die Methode ist für Organisationen außerdem eine gute Möglichkeit, Mitarbeitende aus verschiedenen Abteilungen und Hierarchieebenen in interdisziplinären Teams zusammen an neuen Produkten oder Services arbeiten zu lassen. Dies führt zu einem interdisziplinären und kreativen Austausch von Fachwissen und methodischen Fähigkeiten, optimalerweise in einer auf flexible Projektarbeit ausgerichteten Arbeitsumgebung. 
      Jedes Teammitglied bringt somit seinen eigenen Blickwinkel und Erfahrungen mit ein, die im Problemlösungsprozess kreativ und interdisziplinär eingesetzt werden können. So können innovative Lösungen entstehen. Der Design-Thinking-Prozess endet mit der Prototypen-Phase, in der die ausgewählten Lösungsansätze entwickelt und getestet werden. Je nach Design-Thinking-Ansatz besteht der gesamte Prozess aus fünf oder sechs Phasen. (Vgl. Hasso Plattner Institut Potsdam und Standford d.school , aufgerufen am 24.05.2023) 

    • Drittmittel sind zusätzliche Finanzierungsmittel, die insbesondere Wissenschaftsbetriebe (zum Beispiel Hochschulen, Forschungszentren) zusätzlich zu ihrer Grundfinanzierung (wie von Seiten der Bundesländer) von externen Finanzierungsgeber:innen (zum Beispiel Bundesländer, Bundesregierung, Europäische Union) einwerben. Häufig handelt es sich bei diesen Mitteln um zweck- und projektgebundene Mittel, die zeitlich begrenzt von Seiten Dritter gewährt werden.  

    • Darlehen sind mittel- und langfristige Kredite, die in einer Summe ausbezahlt werden. Sie werden buchhalterisch als Fremdkapital eingestuft und häufig bei höheren Summen und langfristigeren Investitionen verwendet (zum Beispiel Baufinanzierung). Sie werden verzinst und müssen innerhalb einer festgelegten Zeit an den Darlehensgeber zurückbezahlt werden. Banken sind klassische Darlehensgeberinnen und verlangen bei höheren Summen oft einen Businessplan, der die Gewinnerwirtschaftung des Unternehmens belegt. Zudem verlangen Banken oft auch eine Bürgschaft oder eine Sicherheit, beispielsweise in Form einer Immobilie.  

E

    • Im Deutschen wird der Begriff oft mit Unternehmertum gleichgesetzt. Es ist jedoch mehr als das. Entrepreneurship bezeichnet die Gründung von Unternehmen auf Grundlage einer innovativen, also neuartigen Geschäfts- oder Problemlösungsidee (Vgl.  businessinsider.de).  

      Der Begriff Entrepreneurship wird über das klassische Start-up-Verständnis um weitere Felder erweitert. Diese sind u.a.: 

    • Als Eigenmittel gelten diejenigen Mittel, die ein:e Antragsteller:in im Rahmen einer Projektförderung selbst einbringt, ohne dass es sich um Drittmittel – also um Zuwendungen durch eine weitere Förderung – handelt. Eigenmittel können zum Beispiel aus Vereinsbeiträgen oder selbst erwirtschafteten Einnahmen bestehen, aber auch in Ausnahmefällen aus sogenannten “geldwerten” Leistungen. Ob geldwerte Leistungen förderfähige Kosten sind und ob sie – wie übrigens auch Teilnehmer:innenbeiträge – als Eigenmittel gelten, ist je nach Förderung in den Richtlinien geregelt. Letzteres ist vor allem da relevant, wo Förderungen die Einbringung von Eigenmitteln bis zu einem bestimmten Prozentsatz zur Bedingung machen (kreativkultur.berlin, aufgerufen am 13.04.2023). 

    • Als Eigenkapital werden Finanzmittel bezeichnet, die von Gründer:innen selbst in ein Unternehmen eingebracht werden (beispielsweise Gegenstände, Erspartes oder Gewinnrücklagen). Diese sind zur Einwerbung zusätzlicher Finanzierung wichtig (Vgl. Existenzgründer.de, aufgerufen 13.04.2023). 

F

    • Um öffentliche Fördermittel oder Förderungen zu erhalten, kann man sich als Projekt, Verein, Unternehmen oder Organisation auf verschiedene Förderrichtlinien bewerben. Förderrichtlinien sind Bekanntmachungen und beinhalten die von der jeweiligen Stelle festgesetzten Regeln, welche bei der Gewährung von Fördermitteln eingehalten werden müssen. Hier sind der Zweck, die Voraussetzungen und die Bedingungen der jeweiligen Förderungen definiert und bilden den Rahmen für die Beantragung der Mittel.  

      (Vgl. franchiseportal.de, aufgerufen am 13.04.23). 

    • Förderdarlehen sind Kredite aus öffentlicher Hand, die mit besseren Konditionen als die der Hausbanken versehen sind. Sie helfen vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen bei der Gründung. Sie schaffen die Möglichkeit Investitionen zu tätigen und Betriebsmittel zu deckeln. Sie werden oft in Kombination mit anderen Fördermitteln beantragt.  

      Wichtige Eigenschaften von Förderdarlehen sind günstige Zinskonditionen, lange Laufzeiten und rückzahlungsfreie Zeiten (insbesondere zu Beginn). Öffentliche Förderdarlehen werden zum Beispiel von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) vergeben. Ohne Eigenkapital und eine überzeugende Beschreibung werden allerdings auch keine Förderdarlehen gewährt (Vgl. u.a. Fördermittel Plus, aufgerufen am 17.05.23). 

    • Fördermittel oder Zuwendungen sind öffentliche Mittel, welche vom Zuwendungsgeber zur Erreichung von klar definierten Zielen (wirtschaftlich, sozial, nachhaltig) gewährt werden. Voraussetzung für die Gewährung ist ein erhebliches Interesse des Mittelgebers. Es besteht kein Rechtsanspruch auf die Gewährung von Fördermitteln.  

    • Fremdkapital kommt von außen, also von fremden Kapitalgeber:innen und wird befristet und rückzahlbar zur Verfügung gestellt. Das bedeutet, die geliehenen Mittel müssen über einen abgestimmten Zeitraum inklusive Zinsen zurückgezahlt werden. 

H

    • Bei dem Hausbankenprinzip wird das Förderdarlehen über eine Hausbank genehmigt und abgewickelt und nicht über die Vergabestelle direkt. Ausnahmen bilden hierbei Subventionen und Zuschüsse, hier muss die Bank keine Zustimmung erteilen. Die jeweilige Hausbank muss nicht zwingend die bisherige Hausbank der Antragsteller:in sein. Die Banken prüfen die Kreditnehmer:innen und das Vorhaben anhand der eingereichten Unterlagen. Nach positiver Beurteilung kann der Antrag bei der jeweiligen Förderbank gestellt werden. Mehr Informationen dazu hier

I

    • Ein Programm, das Start-ups über einen längeren Zeitraum begleitet und sie bei ihrer Existenzgründung unterstützt. Häufig sind Inkubatoren Orte, an denen Coachings, Mentoring- und/oder Beratungsleistungen für Start-ups angeboten werden. Zur ausführlichen Erklärung von Gründerszene. 

    • Eine sozial-innovative Initiative ist eine einzelne und konkrete, bereits eingesetzte oder sich im Aufbau befindende Lösung, die ein soziales Bedürfnis befriedigt, eine gesellschaftliche Herausforderung löst oder systemischen Wandel initiieren möchte (Howaldt et al. 2016: 10). 

    • Beim Impact Investing erzielen Investitionen sowohl finanzielle als auch soziale beziehungsweise ökologische Erträge. Das bedeutet, dass die Investments Renditen sichern und gleichzeitig eine positive Wirkung auf die Gesellschaft haben.  

K

    • Kleinstunternehmen sind Unternehmen, die weniger als 10 [Mitarbeitende] und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 2 Mio. EUR haben. 

      Kleine Unternehmen sind Unternehmen, die weniger als 50 [Mitarbeitende] und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. EUR haben. 

      Mittlere Unternehmen sind Unternehmen, die weniger als 250 [Mitarbeitende] und einen Jahresumsatz von höchstens 50 Mio. EUR oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 43 Mio. EUR haben (Ibb.de, aufgerufen am 13.04.23). 

L

    • Labore Sozialer Innovation sind Intermediäre – sie wirken als Bindeglied oder Vermittler:innen für unterschiedliche Akteur:innen – die durch die Bereitstellung von Räumen und/oder Strukturen und Prozessen eine sektoren-übergreifende Zusammenarbeit zur Entwicklung von Sozialen Innovationen ermöglichen. Die genaue Organisationsform des Labors kann unterschiedlich sein. Ein Labor kann demnach ein eigenständiges, institutionalisiertes Zentrum bilden oder aber auch ein zeitlich begrenztes Projekt. Auch spezielle Organisationen können derartige Labore darstellen, sofern sie die Definition und Charakteristika von Laboren Sozialer Innovation erfüllen, obwohl sie sich vielleicht selbst nicht als Labor Sozialer Innovation bezeichnen würden (Vgl. Wascher et al. 2019, aufgerufen am 04.05.2023).   

M

    • Der Begriff Missionsorientierung stammt aus der Forschungs- und Innovationspolitik. Er bedeutet, dass sich die jeweilige Forschung und die Entwicklung von (sozialen und technischen) Innovationen in ihrer Anwendung auf die zum Beispiel von der EU oder der Bundesregierung definierten wichtigsten gesellschaftlichen Probleme und deren Lösung (Mission) ausrichten. Das heißt, dass Forschung und Entwicklung von Innovationen missionsorientiert handeln, indem zum Beispiel die Forschung relevantes Wissen zu den Problemlagen oder Lösungen generiert und innovative Lösungen entwickelt werden. Im Hinblick auf die aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen definiert die Bundesregierung sechs zentrale Missionen, die unter anderem die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen berücksichtigen. Für diese Problemlagen zeigt die Zukunftsstrategie „Forschung und Innovation“ Wege der Veränderung auf und räumt ihrer Erforschung und der Entwicklung von Innovationen Vorrang ein. Die aktuellen Missionen beschäftigen sich unter anderem mit ressourceneffizientem und kreislauffähigem Wirtschaften, nachhaltiger Mobilität, Klimaschutz, Klimaanpassung, Ernährungssicherheit und der Bewahrung der Biodiversität, Gesundheit für alle, Potenziale der Digitalisierung nutzbar zu machen, gesellschaftlicher Resilienz und Vielfalt sowie Zusammenhalt stärken (Vgl. bmbf.de, aufgerufen am 20.04.2023).  

    • Über den Mikromezzaninfonds Deutschland (MMF) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) werden stille Beteiligungen von bis zu 50.000 Euro mit einer Laufzeit von 10 Jahren ausgegeben. Für die besonderen Zielgruppen des MMF sind auch höhere Beteiligungen möglich (beispielsweise von Frauen oder von Menschen mit Migrationshintergrund geführte Unternehmen oder marktorientierte Sozialunternehmen). Die Finanzierungen des MMF werden durch die Mittelständischen Beteiligungsgesellschaften (MBGen) der einzelnen Bundesländer ausgegeben.  

    • Mikrokredite sind kleinere Beträge (oft zwischen 2.000 EUR – 25.000 EUR) und helfen, Existenzgründungen oder kleinere Finanzierungsvorhaben auf die Beine zu stellen. Meistens werden dabei aber höhere Zinssätze gefordert als bei größeren Förderdarlehen. 

    • Mezzanine-Kapital ist eine Mischform von Fremd- und Eigenkapital, wobei Investor:innen keine Mitspracherechte erhalten. Unterformen sind hierbei stille Beteiligungen, Wandeldarlehen, Nachrangdarlehen. Weitere Informationen auf gruenderplattform.de, aufgerufen am 02.05.2023) 

    • Marktorientierte Sozialunternehmen (MSU) sind eigenständige Organisationen, welche mit unternehmerischen Mitteln soziale und/oder ökologische Ziele verfolgen, um dem Gemeinwohl zu dienen. Zu diesem Zweck entwickeln sie sozial-innovative Produkte, Dienstleistungen, Verfahren und Geschäftsmodelle. Marktorientierte Sozialunternehmen erzielen die für ihre soziale/ökologische Mission erforderlichen Einnahmen mindestens in Teilen auf freien oder gesetzlich geregelten Märkten (Jahnke und Christmann et al. (2021): 20, aufgerufen am 02.05.2023). 

N

    • Nichtregierungsorganisationen (NROs, auf Englisch non-governmental organisations, NGOs) sind prinzipiell alle Verbände oder Gruppen, die gemeinsame Interessen vertreten, nicht gewinnorientiert und nicht von Regierungen oder staatlichen Stellen abhängig sind. Dazu zählen zum Beispiel Gewerkschaften, Kirchen und Bürgerinitiativen, aber auch Arbeitgeberverbände oder Sportvereine. Im allgemeinen Sprachgebrauch hat sich der Begriff NRO besonders für Organisationen, Vereine und Gruppen durchgesetzt, die sich gesellschaftspolitisch engagieren (BMZ.de, aufgerufen am 13.04.2023). 

    • Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung bedeutet, die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden. Dabei ist es wichtig, die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – wirtschaftlich effizient, sozial gerecht, ökologisch tragfähig – gleichberechtigt zu betrachten. Um die globalen Ressourcen langfristig zu erhalten, sollte Nachhaltigkeit die Grundlage aller politischen und gesellschaftlichen Entscheidungen sein (Vgl. bmz.de, zuletzt aufgerufen am 03.05.2023). 

O

    • Open Social Innovation setzt auf die Beteiligung von Personen und Institutionen aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, bei Innovationsprozessen zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen. Dabei arbeiten Bürger:innen, organisierte Zivilgesellschaft, Unternehmen, Stiftungen und öffentliche Verwaltung im Sinne eines „Collective Action“-Ansatzes entlang des gesamten Innovationsprozesses, von der Identifizierung der Herausforderungen, über die Generierung von Lösungsideen bis hin zur Skalierung von Lösungen zusammen. Dadurch können neue Lösungsansätze entwickelt oder aber bereits bestehende Lösungen skaliert werden (Mair, Gegenhuber, Lührsen, Thäter 2022: 7, aufgerufen am 18.04.2023). 

P

    • Philanthropie bezeichnet hier die Bereitstellung privater finanzieller Mittel (oft durch Stiftungen) für – in der Regel –gemeinnützige Zwecke. 

R

    • Reallabore sind als wissenschaftlich konstruierte Forschungs- und Innovationsräume Werkzeuge der sozio-ökologischen Transformation. Im Zentrum der zeitlich begrenzten und räumlich sowie thematisch fokussierten Räume stehen die kollaborativen, disziplinübergreifenden Realexperimente, bei denen Forscher:innen gemeinsam mit Vertreter:innen anderer Sektoren, wie Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung, Wissen generieren, Lösungen erproben und Innovationen testen. Ziel der forschungsbegleiteten Reallabore ist, durch die Vernetzung verschiedener Akteur:innen und die Verbindung von Experimenten in einem realen Kontext, Handlungswissen zu generieren. Die Orte, in denen das Reallabor seine Anwendung findet, sind vielfältig und umfassen z.B. Quartiere oder ganze Kommunen und Regionen, Organisationen oder auch einzelne Branchen (Vgl. Schäpke et al. 2018 , zuletzt aufgerufen am 04.05.2018).

S

    • Mit Stakeholder werden im engeren Sinne alle Personen, Gruppen, Institutionen oder Unternehmen bezeichnet, die im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Erfolg oder der gesellschaftlichen (sozialen oder ökologischen) Wirkung der Geschäftsidee einer Unternehmung oder einer Organisation stehen. Im erweiterten Sinne werden unter Stakeholdern alle internen und externen Anspruchsgruppen einer Problemlösungsidee einer Unternehmung verstanden, was etwa auch Staat und Gesellschaft zum Beispiel mit dem Interesse der Teilnahme an der politischen Willensbildung umfasst (vgl. Gabler Wirtschaftslexikon 2018, Bono & Pettenkofer 2017, Stötzer 2009). 

    • Sozialinnovator:innen sind Akteur:innen, Initiativen, Unternehmen oder Organisationen, die sozial-innovative Ideen und Projekte in die Tat umsetzen und den gesellschaftlichen Wandel aktiv vorantreiben. Oftmals handelt es sich um Social Entrepreneurs, Social Start-ups, Sozialunternehmen, Vereine, Nichtregierungsorganisationen (NROs/NGOs), Initiativen der Zivilgesellschaft, Bürger:innen, Kunst-, Kultur- und Medienschaffende, Kreative, sozial-innovative Beschäftigte in gemeinnützigen Organisationen, wie Wohlfahrtsorganisationen, Kultur- und Museumsorganisationen, Stiftungen, in der öffentlichen Verwaltung sowie Akteur:innen aus der Wissenschaft, der Politik und der Wirtschaft. 

    • Im Ressortkonzept der Bundesregierung werden Soziale Innovationen wie folgt definiert:  

      „Soziale Innovationen umfassen neue soziale Praktiken und Organisationsmodelle, die darauf abzielen, für die Herausforderungen unserer Gesellschaft tragfähige und nachhaltige Lösungen zu finden.  

      Soziale Innovationen drücken sich in zahlreichen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Neuerungen aus, unabhängig davon, ob sie kommerziell oder gemeinnützig organisiert sind. Sie lösen gesellschaftliche Probleme anders und möglicherweise auch besser als frühere Praktiken. Sie haben einen eigenständigen Wert und können technologieunabhängig entstehen oder aber durch technologische Innovationen begünstigt und flankiert werden. Und umgekehrt: Auch technologische Innovationen können gesellschaftsgetrieben entstehen oder durch Soziale Innovationen hervorgebracht werden“ (Ressortkonzept zu Sozialen Innovationen 2021: 2).  

      Soziale Innovationen bewähren sich und werden in Teilen der Bevölkerung oder der gesamten Gesellschaft und über die Zeit angenommen (Vgl. Bauer, Kaletka, Krüger, Maldonado-Mariscal 2022: 11).  

      Der Begriff der Sozialen Innovation kann bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgt werden. Inzwischen hat sich der Begriff neu etabliert, ein einheitliches Verständnis hat sich weltweit bislang aber nicht durchgesetzt. Eine Studie ergab jedoch, dass die meisten untersuchten Ansätze unter einer Sozialen Innovation entweder „Gutes in der oder für die Gesellschaft tun“ oder „die Veränderung von sozialen Praktiken und/oder Strukturen“ (Link zum Glossarbegriff Soziale Praktiken) verstehen. In Deutschland wurde eine soziologische Definition erarbeitet, die in der soziologischen Praxistheorie verankert ist (Vgl. Rüede und Lurtz 2012, Godin 2015, Howaldt & Schwarz 2010).  

    • Social Impact Bonds sind eine vertragliche Kooperation zwischen mehreren privaten und öffentlichen Partner:innen, durch die Dienstleistungen von Sozialunternehmen privat vorfinanziert und im Erfolgsfall öffentlich rückvergütet werden. Siehe Link zu Gutes Beispiel auf dieser Seite.  

    • Bei einer Synergie beziehungsweise einem Synergieeffekt handelt es sich um eine Kombination von zwei oder mehreren Unternehmungen oder Aktivitäten, die vom Zusammenwirken miteinander profitieren (businessinsider.de, aufgerufen am 13.04.2023). 

    • Soziales Unternehmer:innentum oder Social Entrepreneurship ist eine unternehmerische Tätigkeit, die sich innovativ und langfristig für die Lösung sozialer Probleme und generell für einen wesentlichen, positiven Wandel der Gesellschaft einsetzt. Im Unterschied zu konventionellen Unternehmer:innen (Entrepreneurs), die Produkte und Dienstleistungen für den Markt produzieren, entwickeln Sozialunternehmer:innen – also Social Entrepreneurs – Produkte und Dienstleistungen für die Gesellschaft. Der Profitgedanke steht für Social Entrepreneurs im Hintergrund, weshalb viele dieser Unternehmen Non-Profit-Organisationen sind. Außerdem zeichnen sich Sozialunternehmer:innen dadurch aus, dass ihre Unternehmen möglichst transparent, wirkungsorientiert und partizipativ strukturiert sind.  

      Wenn Sie noch weitere Informationen zum Thema Social Entrepreneurship suchen, empfehlen wir Ihnen einen Blick zu SEND oder Ashoka

    • Der Begriff Start-up bezeichnet ein kurz vor der Gründung stehendes oder noch junges Unternehmen. Generell nutzt man den Begriff für solche Unternehmen, die jünger als 10 Jahre alt sind. Die Rechtsform kann hier von Start-up zu Start-up ganz unterschiedlich sein. Ein Social Start-up ist somit eine noch junge Unternehmung oder Geschäftsidee, die sich der Lösung gesellschaftlicher (sozialer und/oder ökologischer) Probleme widmet. 

    • Der Begriff Intrapreneurship leitet sich aus Intracorporate und Entrepreneurship ab und bezeichnet das unternehmerische Handeln von Beschäftigten innerhalb bestehender Unternehmen und Organisationen. Auch in gemeinnützigen Organisationen, in bestehenden Sozialunternehmen oder in der öffentlichen Verwaltung ist (Social) Intrapreneurship eine Form der Organisationsentwicklung sowie der Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen durch die Angestellten selbst. (Social) Intrapreneurs denken innovationsorientiert und verhalten sich unternehmerisch ebenso wie (Social)  Entrepreneurs, mit dem Unterschied, dass sie Angestellte sind. Sie sind daran interessiert, ihre Organisation voranzubringen und suchen aktiv nach neuen Möglichkeiten, um die Wirkungsbereiche und die Arbeit der gesamten Organisation oder des Unternehmens proaktiv zu verbessern (Vgl. Gründerplattform.de ; tbd.de, aufgerufen am 19.04.2023). 

    • Social Impact beschreibt die tatsächliche soziale Wirkung eines Unternehmens, einer Organisation, eines (Förder-) Programms, Projekts, Produkts oder einer Dienstleistung.

T

    • Die Triple, Quadruple und Quintupel Helixen sind aufeinander aufbauende Erklärungsmodelle zur Entstehung von Innovationen. Dabei stehen die sogenannten Helixen (zylindrische Spiralen, siehe Darstellung S. 4) für Untersysteme und verschiedene Sektoren in der Gesellschaft, die jeweils eine Rolle für Innovationen spielen und miteinander interagieren. Dabei bringt jeder Sektor eine spezielle Form des Wissens in das Innovationsgefüge ein. In den 1990er Jahren gab es zunächst das Triple Helix-Modell (Dreifache Innovationshelix). Das Triple-Helix-Modell zeigte, dass vor allem die drei Sektoren Politik, Wissenschaft und Wirtschaft an der Entstehung von Innovationen beteiligt sind. Diese Annahme wurde schon bald durch die Quadrupel-Helix (Vierfache Innovationshelix) ergänzt, indem ein weiterer vierter Sektor hinzugefügt wurde: Man erkannte, dass auch die Zivilgesellschaft sowie die medien- und kulturbasierte Öffentlichkeit eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Innovationen und auch bei der Produktion und Verbreitung von Wissen spielen. Aufgrund des absehbaren Klimawandels zeichnete sich dann ungefähr seit den Jahren 2009/2010 ab, dass auch die globale Erwärmung zwangsläufig eine weitere treibende Kraft für Innovationen sein wird. So entstand das Modell der Quintupel Helix (Fünffache Innovationshelix), die als einen weiteren fünften Sektor die natürliche Umwelt des Menschen mitberücksichtigt. Hierauf baut wiederum die Strategie auf, dass eine nachhaltige Entwicklung die globale Erwärmung aufhalten kann (Vgl. Carayannis, Barth, Campbell 2012 ). 

V

    • Venture Capital (auch als Wagnis- oder Risikokapital bezeichnet) ist eine Form der Finanzierung von zumeist jungen, nicht börsennotierten Unternehmen durch externe Partner:innen. Der Fokus liegt dabei oft auf innovativen Unternehmen, die jedoch wenig Sicherheiten mitbringen. Haben Unternehmen eine gewisse Größe erreicht und möchten in weitere Märkte expandieren, treten Venture-Capital-Fonds mit höheren Investitionssummen als Partner:innen Erscheinung (Vgl. fuer-gruender.de ). 

    • Mit dem Verwendungsnachweis wird die Verwendung von Fördergeldern nachgewiesen. Der Verwendungsnachweis besteht aus einem Sachbericht und einem zahlenmäßigen Nachweis, der über den finanziellen Aufwand eines Projekts im Projektverlauf Auskunft gibt. 

W

    • Wirkung ist eine durch eine Organisation verursachte Veränderung eines Ergebnisses. Sie kann positiv oder negativ, beabsichtigt oder unbeabsichtigt sein. Der Begriff “Wirkung” beschreibt die Auswirkungen einer Maßnahme auf eine einzelne Person, während “Wirksamkeit” sich auf die Bewertung einer gesamten Maßnahme bezieht. Die Wirksamkeit einer Maßnahme gibt Auskunft darüber, ob das angestrebte Ziel erreicht wurde, während die Wirkung eine Aussage darüber trifft, welche Auswirkungen die Maßnahme auf die Nutzer: innen hat.

    • Der Zugang zu und die Versorgung mit sauberem Wasser ist überlebenswichtig. Die Abkürzung WASH steht für Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (Vgl. washnet.de). 

Z

    • Ein Zuwendungsbescheid ist eine schriftliche Mitteilung und die Rechtsgrundlage über die Gewährung von Fördermitteln. Der Bescheid wird automatisch nach dem Abschluss der Bewilligungsphase erstellt und der/dem Empfänger:in bekanntgegeben. 

      Der Bescheid regelt die Beziehungen zwischen Geldgeber:in und Zuwendungsempfänger:in auf der öffentlich-rechtlichen Ebene. Insbesondere enthält die Mitteilung die Finanzierungspläne und die Allgemeine Nebenbestimmungen für die jeweiligen Zuwendungen. Sowohl der Finanzierungsplan wie auch die Nebenbestimmungen sind im weiteren Verlauf der Förderung für beide Seiten verbindlich (Vgl. Subventa.de, aufgerufen am 13.04.23).